Sie sind hier

Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO

Im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurden 2015 von der UNO-Generalversammlung 17 Ziele verabschiedet. Lesen sie nachfolgend um welche Ziele es sich handelt und was jede Einwohnerin und jeder Einwohner im Kanton Luzern konkret zur Erreichung dieser Ziele beitragen kann.
  • Die 17 Piktogramme der Ziele für nachhaltige Entwicklung. © UNO
    Die Ziele für nachhaltige Entwicklung in der Übersicht. © UNO

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung mit ihren 169 Unterzielen (engl. Sustainable Development Goals, SDGs) sind das Kernstück der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UNO). Sie unterstützen eine Entwicklung, welche der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung in ausgewogener Weise Rechnung trägt.

Die Ziele sollen bis 2030 global und von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden. Das heisst, dass alle Staaten gleichermassen aufgefordert sind, die drängenden Herausforderungen der Welt gemeinsam zu lösen. Auch die Schweiz hat den 17 Zielen zugestimmt und ist aufgefordert, die Ziele national umzusetzen.

Jede Einwohnerin und jeder Einwohner des Kanton Luzern kann einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UNO leisten. Nachfolgend sind die wichtigsten Handlungsempfehlungen pro Ziel aufgeführt.

Ziel 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden

  • Fair gehandelte Produkte (Kleider, Elektronikprodukte oder Nahrungsmittel) kaufen
  • Organisationen unterstützen, welche sich für Bedürftige einsetzen: Verein kirchliche Gassenarbeit LuzernVerein Jobdach (Notschlafstelle) aber auch Internationale Hilfswerke mit Gütesiegel (zewo.ch)
  • Die sozialen Errungenschaften unseres Staatswesens wertschätzen und unterstützen
  • Nicht mehr verwendete Konsumgüter (Kleider, Möbel, ...) ins Brockenhaus bringen

Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

  • Auf eine gesunde Ernährung (weniger Fleisch, mehr Gemüse/Früchte und Hülsenfrüchte) achten
  • Lebensmittelverschwendung (Foodwaste) vermeiden
  • Bio-Landwirtschaft unterstützen (dadurch werden die Böden geschont)
  • Ökologisch und fair produzierte Produkte konsumieren und so auf verstecktes Palmöl verzichten
  • Organisationen und Initiativen unterstützen, die sich gegen die illegitime Aneignung von Land (engl. Land-Grabbing) wehren

Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

  • Sich oft bewegen und zu Fuss oder mit dem Velo statt mit dem Auto unterwegs sein
  • Sich überlegen, welche Aktivitäten Luftverschmutzung oder Lärm verursachen und darauf verzichten
  • Medikamente nur auf Anraten und gemäss der Anweisung deiner Ärztin oder deines Artztes verwenden
  • Bio- und Demeterprodukte kaufen, damit der Antibiotika- und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft eingeschränkt wird
  • Gesunde Ernährung in Kantinen fordern (z. B. fleischlose Menus)
  • Blut spenden (z. B. beim Blutspendedienst Zentralschweiz)

Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern 

Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Menschen zur Selbstbestimmung befähigen

Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

  • Umweltfreundliche Kosmetika, Putz- und Waschmittel verwenden
  • Nahrungsmittel und Kleider benötigen in den Produktionsländern viel Wasser, welches wir «virtuell» importieren: Virtuelles Wasser bei Konsumgütern vermeiden!
  • Problematische Substanzen schon an der Quelle im Produktionsprozess vermeiden, zum Beispiel indem Kleider aus Bio-Baumwolle gekauft werden
  • Den Wasserverbrauch in Haushalt und Garten reduzieren
  • Leitungswasser oder aus Brunnen mit Trinkwasser (lucernewater.ch) trinken

Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

  • Regionale Nahrungsmittel von lokalen Produzenten kaufen, beispielsweise am lokalen Wochenmarkt oder im nahen Hofladen
  • Generell regional hergestellte Produkte und lokal erbrachte Dienstleistungen bevorzugen
  • Beim Kauf von Produkten auf eine umweltfreundliche und faire Herstellung und Entsorgung achten
  • Überprüfen wie die Gelder bei Banken- und Pensionskassen angelegt sind und nachhaltige Anlagestrategien verlangen
  • Bei der Arbeit auf gesundheitsgefährdende Abläufe hinweisen und Verbesserungen vorschlagen

Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

  • Sich als Bürger für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt oder Gemeinde einsetzen, indem das Wahlrecht ausgeübt und an partizipativen Prozessen teilgenommen wird
  • Sich bei der Arbeit für Innovationen und Verbesserungen im Bereich Nachhaltigkeit einsetzen (mitdenken, mitgestalten)
  • Sich an nachhaltigen Crowdfunding-Projekten beteiligen (via FundersWemakeitCrowdifyC-Crowd uvm.)

Ziel 10: Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern

Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen

  • Vermehrt die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen, sodass Luftverschmutzung und Lärmemissionen vermieden werden
  • Sich für sichere Fussgänger- und Fahrradwege einsetzen, fordere autofreie Zonen in Gemeinden und Städten
  • Einheimische Wildsträucher im eigenen Garten pflanzen und sich für ökologische Grünflächen im eigenen Quartier einsetzen (auf exotische Problempflanzen verzichten)
  • Als Liegenschaftseigentümer günstigen Wohnraum fördern
  • Die Zersiedlung eindämmen, indem mehrgeschossigen Wohnbauten den Vorzug gegegeben und die eigene Wohnfläche begrenzt wird

Ziel 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen

  • Die 5R-Methode anwenden (1. Refuse = verweigern, was wir nicht brauchen, 2. Reduce = reduzieren, was wir nicht brauchen und verweigern können, 3. Reuse = wiederverwenden, was wir konsumieren und was wir weder verweigern noch reduzieren können, 4. Recycle = recyceln, was wir nicht verweigern, reduzieren oder wiederverwenden können, 5. Rot = den Rest kompostieren)
  • Produkte tauschen, aus zweiter Hand beziehen (Brockenstuben, virtuelle Marktplätze, Tauschplattformen...) oder im Repair-Café reparieren
  • Sich informieren was Kreislaufwirtschaft ist und nach Möglichkeit kreislauffähige Produkte kaufen
  • Sich über weltweite Produktionsbedingungen informieren und sich für fair hergestellte Produkte entscheiden

Ziel 13: Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern

Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern

  • Wählen und abstimmen gehen!
  • Sich in seinem Umfeld gegen Hass oder Fremdenfeindlichkeit zur Wehr setzen und sich für den Schutz von Minderheiten stark machen
  • Sich für Gewaltenteilung bei den Institutionen einsetzen
  • Die Presse- und Meinungsfreiheit unterstützen und sich guten Journalismus etwas kosten lassen
  • Transparenz bei Institutionen und Entscheidungsträgern fordern
  • Zivilcourage zeigen und Mitmenschen dazu ermuntern

Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

  • Andere so behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden möchte
  • Personen in seinem Umfeld, die Chefin oder den Chef und alle Politikerinnen und Politiker auf Ihre Verantwortung ansprechen
  • Gemeinsam mit anderen Personen die Ziele der nachhaltigen Entwicklung fördern

Auf der Webseite des Bundes sind weiterführende Informationen zu den SDGs und der Grad der Zielerreichung in der Schweiz zu finden.

Cercle Indicateurs: Messung der Nachhaltigkeit für Kantone und Städte

Während die Sustainable Development Goals ein globales Zielsystem darstellen, verwenden Stadt und Kanton Luzern zur Messung der Nachhaltigkeit das Indikatorensystem des Cercle Indicateurs. Dieses basiert auf rund 30 Zielbereichen aus den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Stadt und Kanton erheben die den Zielbereichen zugeordneten Indikatoren alle zwei Jahre und legen dadurch Rechenschaft ab, ob eine nachhaltige Entwicklung stattfindet oder nicht.

Zuletzt geändert 
27 Mai 2020 - 09:32

Kontakt

 

Umweltberatung Luzern
öko-forum
Bourbaki, Löwenplatz 11
6004 Luzern

041 412 32 32
Mail

 

Persönliche Beratung
Öffnungszeiten

 

Newsletter Anmeldung

Aktuelle Veranstaltung

Dienstag, 9. Juni 2020
10:00 bis 17:00 Uhr
Natur-Museum Luzern,
Veranstalter: 
Natur-Museum Luzern
Die Zauneidechse lebt meist im Verborgenen, in Kleinstrukturen.

Angebot

Die Umweltberatung Luzern beantworten Ihre Frage neutral, kostenlos und schnell – telefonisch, per E-Mail oder vor Ort im Bourbaki Panorama innerhalb der Stadtbibliothek Luzern.