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Torf

Trocken gelegte Moore welche abgebaut werden sind die Lieferanten von Torf. Moore sind seit 1987 in der Schweiz geschützt - weltweit wird aber an diesem wertvollen Boden noch immer Raubbau betrieben.
  • frisch gestochene Torfbarren
    Frisch gestochene Torfbarren

Pro Jahr kann 1 mm Torfboden neu gebildet werden. Das ist vergleichsweise schnell - trotzdem dauert es 1000 Jahre bis eine Mächtigkeit von einem Meter entsteht. Die Bildung von Boden aus Gestein dauert je nach Bedingungen zwischen 100 bis 300 Jahre. Dies soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Moore enorm bedroht sind.

Torfbildung

In Mooren herrschen ganz besondere Bedingungen. Im Boden staut sich das Wasser. Im Wurzelraum gibt es keinen Sauerstoff. Nur wenige Pflanzen können unter diesen Voraussetzungen gedeihen. Dazu gehören die Torfmoose. Torfmoose können fast unbegrenzt wachsen. Während die Spitze der Pflanze immer weiter wächst, sterben die unteren Pflanzenteile wegen des Sauerstoffmangels ab. Aus dem sich unvollständig zersetzenden Gewebe entsteht Torf. Aufgrund von Herkunft und Nährstoffgehalt des Wassers, von Vegetation, Torfbeschaffenheit sowie Gestalt des Moores unterscheidet man Hoch-, Flach- und Übergangsmoore.

Verwendung von Torf

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde aufgrund des Mangels an Brennholz im grossen Stil Torf abgebaut und zum Heizen bzw. zum Antrieb von Dampfmaschinen verwendet. Torf gilt auch als gutes Substrat für den Anbau von Gemüse. Auch heute noch wird vielerorts Torf abgebaut um daraus Gartenerde herzustellen. In der Schweiz ist der Torfabbau verboten, nicht aber der Verkauf. Für schweizerische Gartenbaucenter, Baumschulen, Gemüsefeldern etc. werden aber jährlich immer noch mehr als 520'000m3 Torf importiert (BAFU 26.1.2016)! Die so zerstörten Moorflächen befinden sich meist in Osteuropa (Polen, Baltikum).

Bedrohung der Moore

Um Torf abbauen zu können bzw. um auf Moorflächen Landwirtschaft betreiben zu können, wurden Moore in der Schweiz in den letzten 150 Jahren vielerorts trockengelegt. Noch knapp 10 % der ursprünglichen Moorflächen sind in der Schweiz erhalten. Aber auch sie sind trotz strengem Schutz nach wie vor bedroht. Aufgrund von alten oder illegal weiter unterhaltenen Drainagegräben sind sie noch immer am Austrocknen. Stickstoffeinträge aus der Luft oder auch Nährstoffe aus der Landwirtschaft tragen zur weiteren Gefährdung bei.

Klimabedeutung

Die Staunässe in Mooren bewirkt, dass totes Pflanzenmaterial als Torf abgelagert wird und sich nicht vollständig zersetzen kann. Im Torf sind daher grosse Mengen Kohlenstoff gebunden. Trocknet ein Moor aus, so kommt das Torf mit Sauerstoff in Kontakt. Die Zersetzung setzt ein und der Kohlenstoff wird in Form von CO2 freigesetzt. Die noch vorhandenen Torfböden in der Schweiz enthalten etwa 48 Millionen Tonnen organisch gebundenen Kohlenstoff und stellen somit einen sehr wichtigen Kohlenstoffspeicher dar. 33% des weltweit in Böden gespeicherten Kohlenstoffes befindet sich in Moore! Der Flächenanteil der Moore beträgt aber nur geringe 3%.

Lebensraum

Das Moor mit seinem sauren und nähstoffarmen Milieu bietet zahlreichen bedrohten Pflanzen und Tiere einen Lebensraum. Mit dem Verschwinden der Moore sterben diese spezialisierten Arten aus.

Achten Sie beim Kauf von Gartenerde auf die Bezeichnung "torffrei".

Welche Alternativen gibt es?

Mit einer Mischung von ca. 40 % normaler Gartenerde, 40 % Reifkompost und 20 % Sand kann eine ökologische und kostengünstige Alternative zu den torfhaltigen Pflanzenerden selber hergestellt werden.

Alternativen zu Torf welche für die Bodenverbesserung geeignet oder sogar besser sind:

Eigenschaften  Torf Kompost Rindenhumus Holz-Kokosfaser
Bodenstruktur-verbesserung mittel gut gut gerning/mittel
ph-Wert niedrig hoch mittel/hoch mittel
Nährstoffgehalt sehr gering hoch mittel/hoch gering/mittel
Biologische Aktivität sehr gering hoch  hoch gering
Zuletzt geändert 
25 Mär 2019 - 11:00

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