Sie sind hier

Nachhaltiger Kleiderkonsum

Die Problematik der Kleiderproduktion ist ökologisch und sozial vielseitig - aber durch den eigenen Konsum beeinflussbar.

Wenn wir uns ein neues Kleidungsstück kaufen wollen, so müssen wir dafür oftmals nur wenige Kilometer Wegstrecke auf uns nehmen. Doch wie viele Kilometer hat die Kleidung bereits hinter sich gelegt, bevor sie in der Verkaufsstelle landet? Nebst den langen Transportwegen bringt die Kleiderindustrie noch weitere problematische Aspekte mit sich.

Transportwege

Jedes unserer Kleidungsstücke ist mit einer Etikette versehen, auf welcher ersichtlich wird, wo dieses produziert worden ist. Häufig steht darauf «Made in Taiwan». Doch dies ist nur die halbe Wahrheit, denn es hat zuvor bereits mehrere Länder durchquert. Ein Beispiel: Die Baumwolle wird in Virginia (USA) geerntet, in der Türkei gesponnen und in Taiwan gewebt, zugeschnitten und genäht. Diese langen Transportwege verursachen einen sehr hohen CO2-Ausstoss.

Wasserverbrauch

Des Weiteren wird für die Produktion von Kleidung eine riesige Menge an Wasser verbraucht. Für 1 Kg Baumwollfasern sind es 22'000 – 25'000 Liter. Umgerechnet auf ein T-Shirt sind es ungefähr 2'000 und für eine Jeans 7'000 Liter. Diese benötigte Menge Süsswasser, welche beim Anbau oder für die Produktion eines Produktes anfällt, wird «virtuelles» oder «graues Wasser» genannt. Süsswasser ist in Ländern welche Baumwolle anbauen vielfach knapp, was schon problematisch genug ist.

Arbeitsbedingungen

Nicht unbedenklich sind auch die Arbeitsbedingungen in den Ländern, in welchen unsere Kleidung hauptsächlich hergestellt wird. Dazu zählen nebst China, dem grössten Exporteur, beispielsweise auch Kambodscha, Bangladesch, Indien, Indonesien oder der Vietnam. Arbeiten mit gefährlichen Chemikalien ohne Arbeitsschutz, 7 Tage Arbeitswochen, Billiglöhne sowie verheerende Brände von Kleiderfabriken mit hundert bis tausenden Todesopfern sind leider nicht die einzigen Missstände in diesen Produktionsländern.

Baumwolle / Kunstfasern

Ebenso kritisch ist der hohe Einsatz von sehr gefährlichen Pestiziden und Düngemittel im konventionellen Baumwollanbau. Rund 10% der weltweit eingesetzten Pestizide und 25% der Insektiziden fallen auf den konventionellen Baumwollanbau. Auch die Produktion von synthetischen Fasern ist mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden. Als Rohstoff dient Erdöl und der Energieaufwand zur Herstellung ist im Vergleich zu den natürlichen Fasern 40 Prozent höher. Der Abrieb von synthetischen Fasern erzeugen v. a. bei der Reinigung Mikroplastik welcher ungefiltert in die Gewässer gelangt und so zu den grössten Quellen dieses Schadstoffes gehört.

Wie können wir handeln?

Nebst den sozialen Nöten weist die Kleiderindustrie wie bereits erwähnt einen markanten ökologischen Fussabdruck auf. Wie also kann ich betreffend meine Kleider möglichst nachhaltig handeln?

Menge

Grundsätzlich sollte ein Neukauf möglichst reduziert werden, dies kann erreicht werden durch:

  • Verzicht: sich fragen, ob man das neue Kleidungsstück wirklich braucht
  • Wiederverwendung: von Angeboten wie Kleiderflohmarkt und Secondhandläden Gebrauch machen, unter Freunden einen Kleidertausch organisieren (lässt sich super mit einem leckeren Abendessen und gemütlichen Spiele/Filmabend kombinieren J )
  • Sorge tragen: Waschgut zuerst auf «links» wenden, möglichst wenig und bei niedrigen Temperaturen waschen, schonende Waschprodukte sowie Wäschenetze benutzen, an der Luft statt im Tumbler trocknen lassen, erst vor Versorgen der Kleidungsstücke wieder zurückwenden.

Qualität

Falls etwas Neues gekauft wird, darauf achten, was man kauft.

  • Material: Kleidung aus ökologisch produzierten Naturfasern bevorzugen (z.B Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau)
  • Produktion: auf nachhaltige Labels (labelinfo.ch) sowie faire und soziale Produktion (z. B. keine Kinderarbeit) achten
Zuletzt geändert 
24 Jun 2019 - 14:37

Kontakt

 

Umweltberatung Luzern
öko-forum
Bourbaki Panorama
Löwenplatz 11
6004 Luzern

041 412 32 32
oeko-forum@ublu.ch

 

Kanton Luzern
Umwelt und Energie (uwe)
Abteilung Boden und Abfall
Ruedi Baumeler

041 228 60 76
ruedi.baumeler@lu.ch

Aktuelle Veranstaltung

Donnerstag, 5. September 2019
16:00 Uhr - 20:00 Uhr
Tüftelwerk, Unterlachenstrasse 5
Veranstalter: 
Tüftelwerk
Reparieren statt wegwerfen: Einige Menschen haben handwerkliches Talent, andere defekte Dinge.

Angebot

Weniger Papier, mehr Inhalt! Der Newsletter der Umweltberatung Luzern fliegt neu direkt in Ihren Posteingang. Heute noch anmelden.