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Neozoen – Exotische Problemtiere

Über lange Zeit war die Verteilung von Tierarten durch natürliche Barrieren wie Meere, Gebirge, Wüsten oder Flüsse vorgegeben. Für uns Menschen und die Güter, welche wir transportieren, stellen diese natürlichen Barrieren heute keine unüberwindbaren Hindernisse mehr dar. Mit den wachsenden Güter- und Personenströmen kommen vermehrt auch exotische Tierarten in neue Regionen der Welt. Dies geschieht teilweise beabsichtigt, teilweise aber auch unbeabsichtigt.
  • Rotwangenschmuckschildkröten konnten bis vor wenigen Jahren für Heimaquarien gekauft werden. Da die meisten Tiere früher oder später unerlaubt freigesetzt wurden und dort unsere heimische Tierwelt bedrohen, sind diese heute verboten.
  • Das Grauhörnchen – ursprünglich aus Nordamerika – verdrängt in England das einheimische Eichhörnchen. In der Schweiz kommen bisher keine Grauhörnchen vor.
  • Der Asiatische Marienkäfer wurde zur Schädlingsbekämpfung in Treibhäusern eingeführt. Nun breitet er sich massenhaft aus.
  • Bereits Mitte der 1970er-Jahre wurden erste Waschbären in der Schweiz gesichtet.
  • Rostgänse in der Schweiz sind ausschliesslich auf Tiere zurückzuführen, die aus privaten Volieren oder Tiergärten ausgerissen sind bzw. freigelasen wurden.
  • Der Sonnenbarsch schwimmt heute auch in unseren Seen. Er wurde aus Aquarien unerlaubt in die Seen ausgesetzt.
  • Rote Amerikanische Flusskrebse (Bild) sowie der Signalkrebse und Kamberkrebse sind ursprünglich in Nordamerika beheimatet.
  • Die Tigermücke stammt aus Südostasien. Nach Europe kam sie wahrscheinlich als Eier und Larven, welche sich in mit Regenwasser gefüllten, alten Pneus befanden.
  • Der Marderhund wurde in der ehemaligen UdSSR während Jahrzehnten als Pelztier ausgesetzt. Die Tiere breiteten sich anschliessend nach Westen aus.
  • Die Bisamratte stammt ursprünglich aus Nordamerika. 1935 wurde sie erstmals in der Schweiz entdeckt.
  • Die Mandarinente stammt ursprünglich aus Ostsibirien, Nordchina und Japan.
  • Wenn die Wandermuschel neu in ein Gewässer eindringt, wird sie schnell zur dominanten Art.

Einige dieser eingeführten oder eingeschleppten Arten kommen nun auch bei uns in der freien Natur vor. Problematisch werden diese gebietsfremden Arten dann, wenn sie die Gesundheit von Menschen, anderen Tieren oder Pflanzen beeinträchtigen, wirtschaftlichen Schaden anrichten oder sich auf Kosten einheimischer Arten ausbreiten und so die lokale Biodiversität und Ökosystemleistungen schädigen.

Als Neozoen bezeichnet man Tierarten, welche nach 1492 und in direkter oder indirekter Weise durch die Mithilfe des Menschen in ein Gebiet gelangt sind, in dem sie natürlicherweise nicht vorkamen.

Als "invasiv" werden diese gebietsfremden Arten dann bezeichnet, wenn bekannt ist oder angenommen werden muss, dass sie sich im neuen Gebiet ausbreiten können, dass sie dadurch die biologische Vielfalt beeinträchtigen oder Mensch, Tier oder Umwelt gefährden können. (Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten)

 

Verbotene invasive gebietsfremde Tiere

In der Freisetzungsverordnung werden die folgenden drei Tiere als verbotene invasive gebietsfremde Organismen deklariert: Asiatischer Marienkäfer, Rotwangen-Schmuckschildkröte und Amerikanischer Ochsenfrosch.

Quarantäneorganismen

Quarantäneorganismen sind Pflanzenkrankheiten oder -schädlinge von potenzieller wirtschaftlicher Bedeutung, die in der Schweiz nicht oder nur lokal auftreten. Für sie gilt eine Melde- und Bekämpfungspflicht. In der Schweiz sind die Quarantäneorganismen in der Pflanzengesundheitsverordnung im Anhang 1 geregelt. Eine Liste der prioritären Quarantäneorganismen finden Sie hier. Einige Arten aus dieser Liste sind auch unten aufgeführt.

Weitere gebietsfremde Tiere

Die anderen unten aufgeführten Tiere sind zwar nicht verboten, doch auch sie sind gebietsfremd. In der Freisetzungsverordnung ist der Umgang mit gebietsfremd Arten generell geregelt und unter anderem ist die bewusste und unbewusste Freisetzung von gebietsfremden Organismen verboten.

Tiergruppen einzelne Arten*

Mücken

Asiatische Buschmücke
Asiatische Tigermücke
"Koreamücke"

Hautflügler

Vernachlässigte Wegameise
Asiatische Hornisse
Zickzack-Ulmenblattwespe
Edelkastanien-Gallwespe

Käfer

Asiatischer Moschusbockkäfer 
Asiatischer Laubholzbockkäfer 
Asiatischer Marienkäfer  
Japankäfer 
Zitrusbockkäfer 
Kartoffelkäfer
Asiatischer Eschenprachtkäfer 
Birkenprachtkäfer 

Wanzen und Fliegen Marmorierte Baumwanze
Walnussfluchtfliege
Kirschessigfliege
Amerikanische Kiefernwanze
Krebse Signalkrebs
Kamberkrebs
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
Galizierkrebs

Grosser Höckerflohkrebs

Muscheln

Grobgestreifte Körbchenmuschel
Quagga-Dreikantmuschel
Wandermuschel

Chinesische Teichmuschel
Fische Schwarzmundgrundel
Flussgrundel

Goldfisch
Kesslergrundel
Nackthalsgrundel

Sonnenbarsch
Amphibien Amerikanischer Ochsenfrosch 

Reptilien

Rotwangen-Schmuckschildkröte 
Gelbwangen-Schmuckschildkröte

Vögel Nilgans
Schwarzkopfruderente
Rostgans
Mandarinente
Säugetiere

Grauhörnchen
Marderhund
Waschbär
Bisamratte
Nutria
Gestreiftes Backenhörnchen
Wanderratte

* unvollständige Auswahl von bereits etablierten Arten oder Arten, die in Zukunft auftreten könnten.

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Zuletzt geändert 
28 Aug 2020 - 18:37

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