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Den Garten auf den Winter vorbereiten

Im Herbst wird es Zeit den Garten für die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Dabei ist weniger oft mehr, weil so für zahlreiche Tiere ein Lebensraum zum Überwintern entsteht.
  • Laubhaufen im Garten dienen als Lebensraum für Tiere (Bild: Fen Labalme, flickr, CC BY-SA 2.0)
  1. Garten aufräumen – aber bitte nicht zu steril

Oft wird aufgeräumt und geputzt, bis alles schön sauber ist. Natürlich macht es Sinn, Rasen und Wege vom Laub zu befreien, damit sich dort keine Humusschicht bildet. Das Laub kann jedoch – gemeinsam mit abgeschnittenen Ästen und Pflanzenstengeln – problemlos unter die Sträucher der nahen Hecke verfrachtet werden. Dort werden sie zu einem Lebensraum, der zahlreichen Tieren zum Überwintern dient. Das ideale Werkzeug um Laub einzusammeln ist der Laubrechen. Verzichten Sie möglichst auf Laubbläser: Sie schonen so Kleintiere sowie Mensch und Umwelt, da Sie weder Lärm und Abgase erzeugen.  

  1. Rückschnitt oder nicht?

Mehrjährige Blumen und Gräser können stehengelassen und müssen nicht unbedingt zurückgeschnitten werden. Ihre Samen sind im Winter begehrte Nahrung für Vögel. Falls man sich doch für einen Rückschnitt entscheidet ist es sinnvoll, die Stiele nicht bis zum Boden abzuschneiden. Markhaltige, stehende Stängel (Königskerze, Brombeeren und Disteln) sind für Wildbienen und andere Insekten wertvolle Eiablageplätze. Sie sollen mindestens ein Jahr am Ort belassen werden. Viele Gehölze (wie Obstbäume und Beerensträucher) brauchen einen Rückschnitt. Das anfallende Material kann zu wertvollen Asthaufen geschichtet werden.

  1. Ast- und Schnittguthaufen

Aus anfallendem Schnittgut können Asthaufen oder gemischte Schnittguthaufen gebaut werden. Ideal ist eine ruhige, sonnige oder halbschattige Stelle zum Beispiel am Rand einer Hecke. Für Asthaufen wird mit grobem und feinem Material abgewechselt; je grösser der Haufen, umso wertvoller ist er. Äste können auch mit Staudenschnitt kombiniert werden. Einheimische Tiere wie Eidechsen, Salamander, Igel und Zaunkönig finden hier Futter, Unterschlupf, Eiablageplätze und Schutz vor der Winterkälte. Zuoberst auf den Haufen legt man dornige Äste, das schützt vor Angriffen von Hauskatzen.

  1. Mulchen – zum Schutz des Bodens

Bodenbedeckung nach dem Vorbild der Natur, wird als Mulchen bezeichnet: So wie die Natur auf jeder noch so kleinen Fläche Pflanzen wachsen lässt oder die Erde im Herbst in einen Blättermantel abdeckt, sollten NaturgärtnerInnen den offenen Boden ebenfalls mit organischem Material schützen. Geeignet sind Stroh, Rasenschnitt, Grünabfälle, Beikräuter ohne Samen, in kleinen Mengen auch Laub oder Holzhäcksel. Ein bedeckter Boden trocknet nicht so rasch aus, sodass man ihn weniger oft giessen muss. Bei heftigen Regenfällen verschlämmen gemulchte Böden nicht, da der Aufprall des Wassers wie durch ein Polster abgemildert wird. Ebenso schützt eine Mulchschicht die Bodenlebewesen vor Hitze- und Trockenschäden. Die Bodenorganismen bleiben bis in die oberste Schicht aktiv. Eine krümelige Bodenstruktur wird gefördert und auf das Umstechen kann verzichtet werden. Daneben verwandelt sich das Mulchmaterial in wertvollen Humus.

  1. Kompostieren – natürlichen Dünger selber herstellen

Grünabfälle aus dem Garten und der Küche können Sie kompostieren. Sie erhalten so einen natürlichen Dünger oder Erde für Aussaaten und Kübelpflanzen. Wichtig bei der Kompostierung ist, dass unterschiedliche Materialien (frisches und holziges, trockenes und feuchtes Material) gesammelt werden. Die Grünabfälle werden zerkleinert, gemischt und zu einem Haufen aufgesetzt. Der Haufen sollte mehrmals umgeschichtet werden um ihn zu belüften – jedoch nicht zwischen November und März: In dieser Zeit gefährden Sie Tiere, die im Haufen überwintern. Nach ein paar Wochen oder Monaten ist der Kompost bereit für den Einsatz.

  1. Düngen – weniger ist mehr

Oft wird empfohlen, dem Rasen im Herbst eine Extraportion Dünger zu geben. Falls Sie nicht unbedingt einen Golfrasen vor Ihrer Haustür benötigen, können Sie getrost ganz auf Dünger für den Rasen verzichten. Die Vegetation wird dann mit der Zeit vielfältiger und es werden sich zum Beispiel Gänseblümchen oder kriechender Günsel ansiedeln. Im Gemüse- und Blumengarten können Sie im Herbst gezielt mit Kompost oder verrottetem Rindermist düngen. Aus ökologischer Sicht ist die Verwendung von organischem Mineraldünger vorzuziehen. Unsere Landschaft ist tendenziell stark überdüngt – weniger Dünger schont den Boden und die Gewässer.

  1. Weitere Arbeiten

Werden Gräser zusammengebunden, faulen Sie bei Nässe weniger und bieten weniger Angriffsfläche für Wind und Schnee. Sobald sich die Blätter von nicht winterfesten Zwiebel- und Knollenpflanzen – wie beispielsweise Dahlien, Begonien und Gladiolen – braun verfärben, sind diese auszugraben und bis zum nächsten Ausbringen trocken und frostsicher zu lagern. Der Herbst ist ideal um mehrjährige Stauden wie Pfingstrosen, Blutstorchschnabel oder Glockenblumen zu teilen. Sie werden zurückgeschnitten, ausgegraben, in mehrere Teile geteilt und an verschiedenen Orten wieder eingegraben. Brennholz kann man zu Holzbeigen aufstapeln, diese dienen Fledermäusen und weiteren Kleintieren als trockener Unterschlupf. Der Herbst ist auch eine gute Zeit um neue Nistkästen für Vögel aufzuhängen oder die bestehenden zu reinigen. Als Vorfreude auf die neue Saison können Sie nun Blumenzwiebeln – wie Tulpen und Krokusse – pflanzen, welche bereits im kommenden März für farbenfrohe Frühlingsgefühle sorgen werden.

Zuletzt geändert 
8 Okt 2019 - 17:11

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