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Garten im Herbst - wohin mit dem Grüngut?

Im Herbst werden Gemüsebeete abgeerntet, Stauden zurückgeschnitten, Laub zusammengerecht und Gehölze geschnitten. Aber wohin mit dem vielen Grüngut? Mit dem richtigen Wissen kann man damit Gutes für den Boden tun und für allerhand Tiere ein Winterquartier schaffen. Hier erfahren Sie was Sie tun können - und was nicht erlaubt ist.
  • Erntereste können direkt auf dem Beet als Mulch verwendet werden.
    Erntereste können direkt auf dem Beet als Mulch verwendet werden. (Bild: M. Merki)
  • Ein wilder Herbstgarten bietet Nahrung für Tiere im Winter,
    Ein wilder Herbstgarten bietet wertvolles Material für Tiere im Winter und tut dem menschlichen Auge wohl. (Bild: Silvia Bucher)
  • Ein Asthaufen bietet Kleintieren wertvollen Unterschlupf und Nahrung. (Bild: Wolfgang Bischoff)

Im Herbst fällt besonders viel Grüngut an, aber auch während dem Rest des Jahres gibt es im Garten ganze Haufen davon. Grüngut steckt voller Nährstoffe - man kann damit den Boden dort düngen wo man viele Nährstoffe braucht, beispielsweise im Gemüsegarten. Es gibt aber auch Orte wo keine Nährstoffeinträge erwünscht sind und wo die Ablagerung von Grüngut sogar verboten ist. Es ist sinnvoll Grüngut gleich vor Ort zu verwenden. Dadurch wird Energie gespart, die sonst für den Transport gebraucht wird. 

Rasenschnitt und Erntereste vom Gemüsegarten

Beides ist sehr gut geeignet als Mulch für Gemüsebeete und unter Beerensträuchern. Die Grünabfälle enthalten viele Nährstoffe und helfen den Humus aufzubauen. Gleichzeitig schützen sie den Boden vor Witterungseinflüssen und ernähren Regenwürmer und weitere Bodentiere. Mulch nur in einer dünnen Schicht auftragen, der Luftaustausch muss möglich bleiben. Grüngut welches man nicht im Garten verwenden kann, kann der Grüngutsammlung der Gemeinde mitgegeben werden. Das Sammelgut geht dann in ein Kompostierwerk oder in eine Biogasanlage. Bitte beachten Sie dazu die Regeln, die in Ihrer Gemeinde gelten. 

Laub

Laub sollte man wo immer möglich am Ort liegenlassen. Es dient vielen Kleintieren als Versteck und als Nahrung und schützt den Boden vor Witterungseinflüssen. Wo es nicht möglich ist, das Laub liegen zu lassen, kann man in einer ruhigen Ecke einen Laubhaufen errichten oder das Laub dem Kompost beimischen. Laub das man nicht selber verwenden kann, gibt man der Grüngutsammlung mit.

Gehölzschnitt 

Aus Ästen unterschiedlicher Dicke lassen sich Asthaufen erstellen, welche für kleine Tiere sehr wertvoll sind. Igel, Blindschleichen und viele Insekten finden hier ein Winterquartier. Am besten wählt man als Standort eine ruhige Ecke. Ideal ist ein sonniger Platz in der Nähe einer Hecke, einem Krautsaum oder einer artenreichen Wiese. Äste die man nicht verwenden kann, lässt man häckseln und verteilt die Häcksel unter Sträuchern. Äste kann man auch gebündelt der Grünabfuhr mitgeben: Bitte beachten Sie dazu die Vorschriften ihrer Wohngemeinde. 

Staudenschnitt

Ideal ist es, wenn man nicht alle dürren Stängel abschneidet sondern einen Teil auch über den Winter stehen lässt. Hier legen Wildbienen und Heuschrecken Eier ab, aus welchen dann im neuen Jahr Jungtiere schlüpfen. Samen bilden zusätzlich eine wichtige Nahrung für Vögel. Diejenigen Stängel die man trotzdem abschneidet, kann man kleinschneiden und auf den Kompost geben oder man macht in einer ruhigen Ecke des Gartens einen Schnittguthaufen. Hier verkriechen sich viele kleine Tiere wie Amphibien, Reptilien und Insekten. Sie verbringen im Haufen vor Frost geschützt den Winter. Material das man nicht selber verwenden kann, gehört in die Grüngutsammlung. 

Wo darf man kein Grüngut ablagern? 

Grundsätzlich soll man Grüngut auf der eigenen Parzelle ablagern. Auch hier ist es wichtig, Abstand zu Gewässern (6m) und zum Waldrand (5m) einzuhalten. Die Ablagerung im Wald ist verboten (gemäss Art. 16 WaG). Durch illegale Grüngutablagerungen gelangen immer wieder invasive Neophyten (exotische Problempflanzen) in den Wald, welche sich dann unkontrolliert vermehren. Ausserdem entsteht eine unerwünschte Nährstoffanreicherung. Die Ablagerung von Astmaterial an Gewässerufern widerspricht dem Gewässerschutzgesetz und ist ebenfalls verboten. Die Gefahr besteht, dass Material bei Hochwasser abgeschwemmt wird und dann eine Behinderung des Wasserabflusses entsteht. Ein weiterer Grund ist, dass bei der Verrottung Nährstoffe freigesetzt werden und diese ins Gewässer gelangen. Dies schädigt Fische und das gesamte Ökosystem. Es versteht sich, dass man sein Grüngut auch nicht in Schutzgebieten entsorgen darf. Auch die Ablagerung an Böschungen sollte man unterlassen, das Grüngut kann bei Starkregen abgeschwemmt werden und die Sickersäfte gelangen permanent auf tiefergelegene Flächen.  

Haufen als Kleinstrukturen für Tiere

Haufen aus unterschiedlichen Materialien sind ausgezeichnete Verstecke und Winterquartiere für Kleintiere. Man kann Material mischen oder Asthaufen auch nur aus Holz machen. Nach dem Aufschichten sollte man den Haufen einfach in Ruhe lassen. Falls er zu stark überwuchert wird, kann man vorsichtig störende Pflanzen ausreissen. Falls ein Haufen entfernt oder abgetragen werden muss, soll das im April oder Mai geschehen, dann werden am wenigsten Tiere gestört. Wie man sonst noch mit Ast- und Grünguthaufen zur Biodiversität beitragen kann zeigt das Merkblatt im Detail. 

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Zuletzt geändert 
20 Nov 2020 - 11:21

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