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Schmetterlinge fördern im Garten – aber wie?

Ratgeber

Schmetterlinge fördern im Garten – aber wie?
 

Schmetterling
Frisch in die Freiheit entlassener Schwalbenschwanz (Foto: Umweltberatung Luzern)

Ratgeberfrage

Ich wollte gerne etwas für die Schmetterlinge machen und kaufte eine Saatmischung mit dem Namen «Schmetterlingswiese». Im ersten Jahr blühte es sehr bunt und es hatte auch ein paar der Sommervögel. Im folgenden Jahr kam das böse Erwachen: Alles voller Winden, Hahnenfuss und Blacken. Woran liegt das? 

Antwort

Viele Leute möchten gerne etwas für die einheimischen Schmetterlinge tun und hoffen, dass die prachtvollen Tiere im eigenen Garten herumflattern. Im Handel kursieren zahlreiche Samenmischungen die sich mit dem Begriff «Schmetterlinge» schmücken. Oft ist die genaue Zusammensetzung nicht deklariert. In vorbildlichen Mischungen ist Wiesensaatgut drin, in anderen hat es vor allem exotische Zierblumen. 

Einjährige oder mehrjährige Pflanzen?

Wichtig ist, zu prüfen, ob es sich bei der Mischung um mehrjährige oder um einjährige Pflanzen handelt. Bei einjährigen Mischungen muss der Boden jedes Jahr wieder vorbereitet und angesät werden, sonst breiten sich unerwünschte Beikräuter auf der Fläche aus. 

Beim Ansäen einer Blumenwiese muss der Boden sorgfältig umgebrochen und mit dem Rechen feinkrümelig hergerichtet werden. Anschliessend muss er sich drei Wochen setzen können. Erst dann wird angesät - zwischen April bis Mitte Juni. Das Saatgut dabei nur andrücken und nicht wässern. Im ersten Jahr braucht es immer einen Säuberungsschnitt, sobald der Boden ganz beschattet ist, das Schnittgut wird entfernt. Die Wiesensamen keimen langsam und brauchen Licht. Wenn nun zuerst breitblättrige Beikräuter wachsen, nehmen sie den Wiesenpflanzen das Licht weg. Gehen die Säuberungsschnitte vergessen, misslingt die Ansaat. Ab dem zweiten Standjahr blüht die Blumenwiese dann von alleine und macht langfristig Freude. 

Exoten bringen den Schmetterlingen nichts

Für die Schmetterlinge ist zentral, ob es sich um einheimische standortgerechte Pflanzen handelt oder um Exoten. Mit Exoten können unsere einheimischen Sommervögel nämlich nichts anfangen. Achten Sie beim Kauf einer Mischung also auf den Begriff «einheimisch». In einer einheimischen Blumenwiese ist vieles aufeinander abgestimmt: Die Falter können Eier ablegen, die daraus schlüpfenden Raupen haben Futterpflanzen und auch erwachsene Schmetterlinge finden Nektar. Viele Raupen entwickeln sich auf Wiesengräsern. Wichtig ist, dass nie alles gleichzeitig abgemäht wird – sonst verschwinden Raupen und Puppen. Bei jedem Schnitt muss an wechselnden Stellen etwas stehen bleiben, auch über den Winter, sonst können die Schmetterlinge ihr Entwicklung nicht abschliessen. Ab dem zweiten Jahr mäht man zweimal jährlich, im Juni und August, idealerweise mit der Sense oder mit dem Balkenmäher. Danach lässt man das Heu zwei Tage trocknen, ehe man es aus der Fläche entfernt. 

Naturnahe Gestaltung – möglichst weitflächig

Auch mit weiteren Massnahmen werden Schmetterlinge im Garten gefördert: Wildstaudenbeete, Ruderalflächen und einheimische Wildsträucher bieten vielfältige Nahrung für Raupen und Falter. Auch Gemüsegärten, Obstbäume und Kräuterbeete werden gerne besiedelt. Giftfreies Gärtnern und naturnahe Pflege unterstützen die Artenvielfalt zusätzlich. Je weitflächiger – also Nachbarschaft, Quartier, Gemeinde und angrenzende Landwirtschaft – desto wirkungsvoller. Zusätzliche Informationen finden Sie auf unserer Webseite umweltberatung-luzern.ch/schmetterling.

Kurzantwort

Vielleicht war der Name der Mischung irreführend und es waren keine Wiesenpflanzen, sondern einjährige Pflanzen. Diese gedeihen im zweiten Jahr nicht mehr. Oder falls es Wiesen-Saatgut war, wurde die Erstjahrespflege vergessen. Ohne mehrfache «Säuberungsschnitte» im ersten Jahr misslingt die Ansaat.

Autor*in

Marie-Louise Kieffer

Marie-Louise Kieffer
Umweltberaterin, Gärtnerin EFZ, Ökologin, Landschaftsarchitektin HTL

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Zuletzt aktualisiert: 25.03.2026

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