Bedingungsloses Grundeinkommen: Ein Schritt in eine gerechtere Zukunft
Inhaltsverzeichnis
Was ist das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)?
Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) bedeutet, dass jede Person monatlich einen festen Betrag vom Staat erhält – ohne Bedingungen, unabhängig von Beruf oder Vermögen. Diese Idee wird oft als Utopie abgetan, doch sie könnte die Grundlage für eine gerechtere Gesellschaft bilden, in der Menschen in ihrer Existenz abgesichert sind.
Warum wir neue Wege brauchen
Unsere Welt steht unter Druck: Klimakrise, soziale Ungleichheit und psychische Überlastung zeigen, dass das heutige System an seine Grenzen stösst. Ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum und Wettbewerb setzt, hat uns Wohlstand gebracht – aber auch massive ökologische und soziale Kosten. Wie lange können wir so weitermachen?
Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist ein möglicher Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Es gibt allen Menschen finanzielle Sicherheit – unabhängig von Erwerbsstatus – und ermöglicht, sich freiwillig, kreativ oder fürs Gemeinwohl zu engagieren. Studien zeigen: Wer abgesichert ist, trifft nachhaltigere Entscheidungen, lebt gesünder und bringt sich stärker in die Gesellschaft ein.
Das BGE allein löst nicht alle Probleme – aber es eröffnet einen neuen Denkraum: für mehr Gerechtigkeit, mehr Teilhabe und mehr Nachhaltigkeit. Gerade für eine innovative, wohlhabende Gesellschaft wie die Schweiz könnte das ein kraftvoller Schritt sein – hin zu einer zukunftsfähigen Welt.
Vertiefte Aufarbeitung und Einbettung in die internationalen Nachhaltigkeitsziele
Um detailliertere Informationen zum BGE zu erhalten, und wie sich die internationalen Nachhaltigkeitsziele im BGE widerspiegeln, finden Sie im folgenden Link.
Linke Ideologie? Ganz und gar nicht.
Der konservative Präsident Nixon wollte aufgrund der überraschend positiven Ergebnisse mehrerer Feldstudien ein nationales Sozialprogramm basierend auf dem BGE einführen, die Demokraten versenkten es jedoch im Senat. Das Parlament nahm es mit deutlicher Mehrheit der Republikaner an…
Wie wird das Ganze finanziert?
Das Grundeinkommen mag auf den ersten Blick wie eine riesige finanzielle Herausforderung erscheinen. Doch wenn man die heutigen Sozialhilfesysteme betrachtet, wird klar: Das BGE könnte langfristig sogar billiger sein.
Kontrollmechanismen, die heute von Psycholog:innen und Sozialarbeitenden betrieben werden, würden größtenteils entfallen. Diese Bürokratie kostet nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Zeit für die betroffenen Menschen. Das BGE könnte den administrativen Aufwand minimieren und damit die staatlichen Ausgaben für Sozialhilfe deutlich senken.
Zudem haben alle weltweit durchgeführten Probeläufe in unterschiedlichen Ländern festgestellt, dass besonders Gesellschaftskrankheiten wie Burnout oder Depressionen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen stark sinken und somit Fachkräfte, Pflegepersonal und Krankenkassen stark entlasten.
Auch die Entwicklung von Kindern und die soziale Stabilität nahm positive Richtungen an, wodurch die Ökonomie in den Testregionen deutlich gestärkt wurde.
Kosten fallen also weg, wenn jeder ein Grundeinkommen erhält, ohne dass sein Verhalten ständig überprüft wird. Das bedeutet nicht nur eine Entlastung für den Staat, sondern auch für die betroffenen Personen, die nicht mehr mit bürokratischen Hürden kämpfen müssen.
Zusätzlich könnte das Grundeinkommen durch gezielte Steueranpassungen (z. B. auf hohe Einkommen oder Finanztransaktionen) finanziert werden. Es ist ein Umverteilungsmechanismus, der die Ressourcen effizienter nutzt.
Ein praktisches Beispiel:
In den USA wurde in den letzten Jahrzehnten mehr als 8 Billionen Dollar für militärische Interventionen, wie den Krieg in Afghanistan, ausgegeben. Diese Summe würde reichen, um den Amerikaner:innen über zehn Jahre lang ein Grundeinkommen zu garantieren – ohne eine einzige „Gegenleistung“ zu verlangen.
Hören dann alle auf zu arbeiten?
„Wer bekommt noch Lust zu arbeiten, wenn er das Geld einfach so erhält?“ – Diese Frage hört man oft. Die Antwort ist klar: Nicht nur Menschen arbeiten für Geld, sondern auch aus Sinn und Erfüllung.
Ergebnisse aus verschiedenen Pilotprojekten zeigen, dass Menschen mit einem Grundeinkommen nicht aufhören, zu arbeiten. Stattdessen entscheiden sie sich freier und bewusster, in welchen Bereichen sie tätig sein wollen. Tätigkeiten, die nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen, sondern auch der Gesellschaft zugutekommen.
Wird das System nicht ausgenutzt?
Eine weit verbreitete Angst ist, dass das Grundeinkommen von vielen Menschen missbraucht wird. Doch die Realität sieht anders aus: Da das BGE für alle gilt, gibt es keinen Anreiz zur Täuschung. Vielmehr entsteht durch Vertrauen und Wertschätzung der Wunsch, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen.
Glaubt man den Forschungen, dann möchten die meisten Menschen ihre Zeit sinnvoll und produktiv nutzen – sie suchen nach Erfüllung und nicht nach einer Möglichkeit, sich aus dem Arbeitsleben zu stehlen.
Fördert das Grundeinkommen Nachhaltigkeit?
Ja, und zwar auf mehreren Ebenen. Studien zeigen: Menschen, die nicht unter finanziellem Druck stehen, konsumieren bewusster. Sie kaufen eher regional, nutzen öffentliche Verkehrsmittel und werfen weniger weg.
Auch lokale Landwirtschaft, Reparatur- und Kreislaufwirtschaft, Biodiversitätsprojekte oder gemeinschaftliche Wohnformen könnten durch das BGE einen Aufschwung erleben – weil Zeit, Stabilität und Entscheidungsspielraum wachsen.
Auch die Gesundheit der Bevölkerung nahm psychisch und physisch zu.
Ein gesichertes Einkommen kann damit helfen, Treibhausgase zu senken und Ressourcen zu schonen – ganz ohne Verbote, sondern durch neue Handlungsspielräume.
Warum gerade in der Schweiz?
Die Schweiz ist ein Land mit stabilen Institutionen, hoher Lebensqualität und einem gut ausgebauten Sozialsystem. 2016 wurde das Grundeinkommen bereits zur Abstimmung gebracht, jedoch ohne die nötige Information und das breite öffentliche Verständnis. Heute, in Zeiten der Klimakrise, vermehrten Gesellschaftskrankheiten und des digitalen Wandels, stellt sich die Frage erneut: Wie könnte die Schweiz als Vorreiterin für ein gerechteres und nachhaltigeres Sozialsystem wirken?
Ein zweiter Anlauf mit einer breiten Aufklärung und Informationskampagne könnte nicht nur in der Schweiz eine neue Ära einläuten, sondern weltweit als Vorbild dienen.
Fazit: Mehr als eine Utopie
Das bedingungslose Grundeinkommen ist kein utopischer Traum, sondern ein praktisches Werkzeug, das uns helfen könnte, eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu schaffen. Es geht um Chancen, Gerechtigkeit und vor allem um Vertrauen in den Einzelnen.
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Quellen
- Studien zum Grundeinkommen: Finnland (Kela), Kanada (Mincome), Namibia, USA (Stockton Project)
- Forschung zu Umweltverhalten & Konsumveränderung: Wuppertal Institut, ETH Zürich, University of Oxford
- Umweltbelastungspunkte/Treibhausgase: BAFU, WWF-Reports, Bundesamt für Statistik
- Langzeitwirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft: Lancet Public Health, WHO, diverse Metastudien