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Jakobskreuzkraut

Das hochgiftige Jakobskreuzkraut ist für Weidetiere eine Bedrohung, für den Jakobskrautbär aber die Hauptnahrungsquelle.
  • Jakobskreuzkraut: Die goldgelben Blütenkörbchen mit 13 Zungenblüten (Bild: Gary Houston, wikimedia)
  • Der Jakobskrautbär oder Blutbär ist auf Jakobskräuter angewiesen (Bild: Thomas Huntke, wikimedia)

Artbeschreibung

Im ersten Jahr bildet das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) nur eine Blattrosette. Erst im zweiten Jahr wächst der Stängel mit fiederteiligen Stängelblättern und den Blütenständen. Jakobskreuzkräuter gehören zu den Greiskräutern und diese zu den Körbchenblütlern (Asteraceae). Dementsprechend haben sie ihre Blüten in Körbchen zu einer Scheinblüte zusammengefasst. Diese Blütenkörbchen sind goldgelb und von meist 13 Zungenblüten umrahmt. Die grünen Hüllblätter um die Köpfchen sind wie bei allen Greiskräutern regelmässig palisadenförmig.

Vorkommen

Das Jakobsgreiskraut kommt bei uns hauptsächlich auf nährstoffreichen und regelmässig beweideten Wiesen vor. Besonders gut etabliert es sich dort auf offenen Bodenstellen. Obwohl es schon immer heimisch war bei uns, scheint es in den letzten Jahren häufiger zu werden. Mögliche Gründe dafür könnten die Zunahme der Anzahl Weidetiere pro Fläche, die verringerte Nutzung von Herbiziden, der Rückgang von wilden Nagetierpopulationen oder der Klimawandel sein.

Giftigkeit

Jakobskreuzkraut, wie auch andere Greiskräuter, enthält Pyrrolizidinalkaloide. Diese dienen der Pflanze als Frassschutz und werden von Wirbeltieren im Körper zu lebertoxischen Substanzen umgewandelt. Diese Abbauprodukte können sich im Körper anreichern und so schleichend über die Jahre zu einer Vergiftung führen. Akute Vergiftungen sind durch die relativ grosse benötigte Menge seltener. Weidetiere lassen das frische, bittere Kraut normalerweise stehen. Die resistenten Toxine sind jedoch auch noch in Jakobskraut im Heu oder in der Silage vorhanden Besonders Pferde reagieren empfindlich auf Pyrrolizidinalakaloide. Verschiedene Nagetiere wie Kaninchen und Meerschweinchen sind hingegen resistent gegen oral aufgenommenes Jakobskreuzkraut.

Auch für Menschen ist das Jakobskreuzkraut giftig. Zu direkten Vergiftungen kommt es durch die benötigte Menge und den bitteren Geschmack selten, jedoch wird über eine mögliche Anreicherung von Pyrrolizidinalkaloiden in der menschlichen Nahrungskette diskutiert. Die kann über eine Verunreinigung von pflanzlichen Lebensmitteln wie Honig oder Tee passieren.

Symptome

In der Veterinärmedizin wird das von Greiskraut verursachte Krankheitsbild Seneziose genannt. Hauptsächlich betroffen sind Pferde, Rinder und weidende Schweine. Die Symptome können unter anderem Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsverlust, Atembeschwerden, zielloses Umhertaumeln oder Erblindung beinhalten. Durch den meist längeren Zeitraum, über den die Toxine aufgenommen werden, ist es, bei Tieren wie bei Menschen, oft schwierig eine Jakobskreuzkrautvergiftung auf die Ursache zurückzuführen.

Erste Hilfe

Nach Berührungen mit der Pflanze wird empfohlen die Kontaktstelle mit einer milden Seife zu waschen. Nach einer versehentlichen Einnahme soll bei keinen oder leichten Symptomen die «Tox Info Suisse» Tel.145 kontaktiert oder bei stärkeren Symptomen die Notrufnummer 144 gewählt werden.

Wissenswertes

Das Jakobskreuzkraut ist durch seine heimtückische Giftigkeit derart in Ungnade gefallen, dass manchmal zur kompletten Ausrottung aufgerufen wird. Im Gegensatz zum Schmalblättrigen Greiskraut ist das Jakobskreuzkraut jedoch kein Neophyt, sondern gehört natürlicherweise zu unserer Flora. Nach einer Ausrottung ganz besonders fehlen würde das Jakobskreuzkraut dem Jakobskrautbären. Die Raupe dieses schwarz-roten Schmetterlings ernährt sich hauptsächlich vom Jakobskreuzkraut. Dessen Gifte lagert die Raupe dabei ein und schützt sich somit vor Fressfeinden. Personen die Vieh halten wird aber zu einer sorgfältigen Kontrolle Ihrer Weiden und Wiesen geraten. 

Zuletzt geändert 
22 Jun 2020 - 15:24

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