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Gesunde, natürliche Farben

Farben sind nicht gleich Farben: Nebst den farbgebenden Eigenschaften haben die unterschiedlichen Arten von Farben auch eine positive oder negative Auswirkung auf das Raumklima, die Gesundheit, die Raumdüfte und die Umweltbilanz.

Über Jahrtausende dienten natürliche Farben zum Schutz vor Verwitterung, zur ästhetischen Bereicherung oder zur Kommunikation. Diese Naturfarben bestanden aus einer dichten Pigmentierung aus natürlichen Stoffen und einem Trägermaterial wie beispielsweise Lehm, Kalk oder Öl. Noch heute sind die Rezepturen aus den gleichen oder ähnlichen Bestandteilen. Sie erfüllen jedoch heutige Anforderungen und schneiden im Vergleich zu erdölbasierten Farben wie Acryl, Dispersion oder Silikonfarbe deutlich besser ab: Naturfarben sind atmungsaktiv, haben eine harmonischere Ausstrahlung durch die hohe Pigmentierung und können dazu beitragen, das Raumklima von Schadstoffen zu befreien. Zudem ist die Herstellung, Anwendung und Entsorgung für Mensch und Natur unbedenklich.


Wohn-, Büro und Schlafräume (Wände und Decken)

Kasein-, Lehm-, Silikat-, Leimfarben, Naturharzdispersionen und Kalkanstriche. Auch Putze wie Lehmedelputz, Streich- und Rollputze, welche nicht weiter behandelt werden müssen, können eine Alternative bieten.*

Bäder und Küchen (Feuchträume)

Lehm-, Silikat-, Ölfarben und Kalkanstriche. Auch Putze wie Lehmedelputz, Streich- und Rollputze, Kalkglätte, Tadelakt oder Stuccolustro, welche nicht weiter behandelt werden müssen, können eine Alternative bieten.*

Toilette, Duschbereich, Waschküche, Keller (Nassräume)

Öl-, Silikat-, Kalkfarben und Kalkanstriche. Auch Putze wie Kalkglätte oder Tadelakt, welche nicht weiter behandelt werden müssen, können eine Alternative bieten. Ölfarben nicht in Kellerräumen anwenden.*

*Achtung: Silikonfarben sind nicht Silikatfarben. Silikonfarben sind erdölbasiert, Silikatfarben natürlich. Organosilikatfarben sind ebenfalls nicht rein natürlich, sondern enthalten einen Anteil erdölbasierter Bindemittel. Die Konsultation einer Fachperson mit Schwerpunkt Naturfarben oder Naturputzen ist immer notwendig, da bestehende und neue Untergründe nicht immer gleich sind. 

Behandlung von Parkett, Dielen, Kork, Stein oder Linoleum

Grundieröl sollte für alle Fussbodenbehandlungen als erster Schritt angewendet werden. Die nächsten Schritte können variieren: Hartöle können für Imprägnierungen für stark strapazierte Bereiche wie Treppen oder öffentliche Räume eingesetzt werden. Harzhartöle und Harzwachsmischungen sind als schichtbildender Oberflächenschutz einsetzbar. Laugen und Seifen sind zu Beginn unterhaltsintensiver, gewähren jedoch schön helle Oberflächen. 

Fassadenfarben auf mineralischem Untergrund

Fassadenfarben sollen aufgrund bauphysikalischer Eigenschaften dampfdiffusionsoffen sein. Das bedeutet, dass die im Gebäude anfallende Feuchtigkeit nach aussen ausdiffundieren muss. Ist dies nicht möglich, da geschlossene Farben (wie meistens Acryl- oder Dispersionsfarben) verwendet wurden, besteht die Möglichkeit, dass Schimmel oder Moose ansetzen. Zudem sind die erdölbasierten Farben uns Putze gute Nährstoffe für Schimmel, Moose und Algen. Mineralische Farben und Putze hingegen sind basisch, worauf die schädlichen Schimmel, Moose und Algen negativ reagieren.

Es eignen sich besonders: Silikatfarben, Kieselsol- und Kalkanstriche, wie auch Pigmente zum Abtönen.

Anmerkung: Alle oben stehenden und viele weitere wichtige Informationen rund um Farben und Putze finden Sie im Buch "Naturfarben - Ratgeber für gesundes Wohnen" von Heinz Knieriemen und Martin Krampfer. Dieses und viele weite Bücher zum Thema können im öko-forum ausgeliehen werden.

Zuletzt geändert 
8 Apr 2020 - 11:58

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