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Mittwoch, 26. August 2020 bis Sonntag, 20. September 2020
ganztags
Veranstalter: 
Biotop der Relevanz

Biotop der Relevanz

Das Biotop der Relevanz errichtet erfolgreich vor dem Löwendenkmal Luzern das grösste tote Korallenriff der Schweiz. Es visualisiert das Kollabieren eines ganzen Ökosystems als Folge der Klimaerhitzung und holt das von uns mitzuverantwortende Problem direkt vor die eigene Haustüre. Für einen Monat strahlen nun jede Nacht knapp 500 Keramikkorallen und verdeutlichen die Folgen unserer unendlichen Freude an der Nutzung der Welt. Während die Politik wegschaut und sich weiterhin mit dem Status-Quo zufriedengibt, versucht «Whitening Out» ein Ausrufezeichen zu setzen und Bewusstsein zu schaffen.

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Beschreibung

#whiteningout

Der menschengemachte Klimawandel führt zu Zusammenbrüchen von verschiedensten natürlichen Ökosystemen. «Whitening Out» macht auf zwei Folgen unseres blinden Ausstosses von Treibhausgasen aufmerksam: Das Korallensterben und den Gletscherschwund. Bereits heute sind 50% aller Korallen weltweit unserer kollektiven Gleichgültigkeit zum Opfer gefallen. Fast zeitgleich schmelzen jahrtausendealte Gletscherlandschaften, so auch in der Schweiz. Zwei Lebensräume, tausende Kilometer voneinander entfernt, in der Zerstörung vereint. «Whitening Out» stellt lokal, direkt vor dem Gletschergarten Luzerns, unsere Mitverantwortung an der ökologischen Tragödie dar – spannt jedoch den Bogen um die Welt und bis hin zur Problemverursachung. «Die Ausstellung thematisiert einen gangbaren Lösungsweg, die Klimakatastrophe ernsthaft und abseits von Symbolaktionen fundamental zu bekämpfen», fasst es die künstlerische Leitung Claudia Schildknecht zusammen.


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Am Klimawandel beteiligte Menschen schaffen Klimakunst

Wir alle tragen einen Teil der Verantwortung für den desaströsen Status-Quo auf dem Planeten – heute und in Zukunft. Gerade in der Schweiz haben wir einen enorm hohen Pro-Kopf-Treibhausgasausstoss. Der Grossteil unserer Emissionen fällt im Ausland an. Insbesondere bei der Produktion von Gütern, welche die Schweizerinnen und Schweizer importieren und konsumieren. Aber auch viele in der Schweiz agierende internationale Unternehmen stossen weltweit eine immense Menge an Treibhausgasen aus, die den Klimawandel befeuern. Wir alle sind Teil des Problems, können aber mit unserem ästhetischen und nach Veränderung schreienden Engagement ein Teil der Lösung sein. Das ist «Whitening Out», ein Kunstwerk geschaffen von mehr als 100 Menschen.  

«Wir müssen uns den grossen Fragen rund um Konsum, Globalisierung, Energieerzeugung, Tourismus, Mobilität, Ressourcenverschwendung, soziale Strukturen und Verzicht widmen», fasst Kurator Fabian Takacs zusammen. Auf elf die Ausstellung begleitenden Informationsstelen werden pointiert die Zusammenhänge zwischen unserem Wirtschaftssystem, dem individuellen Tun, der Verwendung fossiler Energieträger und der Klimaerhitzung thematisiert. Wenn wir jetzt nicht schleunigst handeln, sind die Korallenriffe der Anfang – das Auseinanderfallen gesellschaftlicher Strukturen sowie der modernen Zivilisation das Ende. Doch was können wir tun?

Nichtstun ist die Lösung – was ist dein Beitrag? 

Scheinbar orientierungslos und abgeschnitten von unseren Instinkten fühlen wir uns als Gesellschaft heute der kollektiven Konsumkompensation verpflichtet. Unsere Glücksfindung wurde bereits erfolgreich materialisiert und dem Diktat des Immer-Mehrs unterworfen. Denn nur wer haben und tun kann, darf sein: In der Zwangsjacke des Statuskonsums vergessen wir, dass unsere Anteilscheine bei Mutter Natur nicht veräusserbar sind. Rund um die Uhr helfen immer neue Waren, unsere immer neuen Bedürfnisse zu befriedigen. Gewissenhaft lieben wir Symbolaktionen, kompostieren artig die Überreste unseres Essens, um wieder um die Welt fliegen zu können. Unser Selbstlob für diese Nichtleistung ist die Krönung des individuellen Scheiterns. Unser Fortschritt ist zur Moral geworden. Wir bekämpfen die durch Fortschritt verursachten Probleme mit Fortschritt. Technik als wunderschöne Tugend darf Probleme bekämpfen, die es ohne sie nicht geben würde. Doch was opfern wir, wenn wir aus Fürsorge verzichten lernen? Die Sinnsuche hat im aktuellen Stillstand begonnen. Entschleunigung wird zum humanen Grundrecht. Der mediale Ruf nach rascher Normalität soll uns dabei vernebeln. Doch schreiten wir weiter voran wie gewohnt, wird die Kettenreaktion nicht auf sich warten lassen. Nichtstun ist die Lösung. (Ausblick auf die kritische Auseinandersetzung von Whitening Out mit der modernen Konsumgesellschaft)
Montag, 31. August 2020 - 16:37

Kontakt

 

Claudia Schildknecht, künstlerische Leitung
079 225 37 32
Mail

Fabian Takacs, Kurator
078 625 06 44
Mail

Luca Rosso, Design
079 537 65 63
Mail

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Angebot

Lehrpersonen aus dem Kanton Luzern können für Umweltprojekte an Schulen von einer kostenlosen Beratung profitieren. Die individuell auf die Bedürfnisse der Schule abgestütze Beratung vereinfacht die Vorbereitung und Durchführung von Projektwochen und Projekttagen.