Grosse Drüsenameise
Im Unterschied zu einheimischen Ameisenarten kann die Grosse Drüsenameise Superkolonien bilden, welche sich über grosse Areale erstrecken. In der Schweiz wurde sie zuerst in den Kantonen Waadt und Genf gefunden. Im Juli 2025 wurde sie nun erstmals auch im Kanton Luzern nachgewiesen.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Grossen Drüsenameise ist der Mittelmeerraum. Man vermutet, dass sie mit dem Transport von Pflanzenmaterial aus ihrem Herkunftsland unbeabsichtitg in andere Regionen verschleppt wird.
Im Unterschied zu einheimischen Ameisenarten kann die Grosse Drüsenameise Superkolonien bilden. Diese Superkolonien können sich über Areale von mehr als einer Hektare erstrecken. Sie bestehen aus mehreren miteinander kooperierenden Nestern.
Die Grosse Drüsenameise kommt in städtischen Gebieten vor. Sie kann z.B. unter Mauern, in Blumenkästen oder in offenen, sonnenexponierten Böden nisten. Sie ernährt sich von Nektar, Pflanzensaft, Honigtau von Blattläusen und von kleinen wirbellosen Tieren (z.B. Regenwürmer).
Erkennungsmerkmale: Falls alle der unten aufgeführten Eigenschaften zutreffen, könnten es Grosse Drüsenameisen sein.
- Tiere vollständig schwarz
- Arbeiterinnen bilden breite, mehrspurige Ameisenstrassen
- innerhalb der Ameisenstrassen unterschiedlich grosse Ameisen
- Öffnungen im Boden mit kleinen Haufen von aufgeworfenem Material
- Ameisen reagieren recht aggressiv auf Störungen beim Nest
- Einzeltiere, die zerdrückt werden, verströmen einen typischen, etwas zitronigen Geruch nach ranziger Butter
Einzeltiere zu bestimmen ist sehr schwierig und aufwendig. Falls Sie einen konkreten Verdacht haben, können Sie die Umweltberatung Luzern (Tel. 041 412 32 32) anrufen. Für die Bestimmung ist es nötig, 15-20 Tiere einzufangen und in einer Dose für 4 Tage in den Tiefkühler zu legen. Anschliessend können Sie diese der Umweltberatung Luzern zusenden oder vorbeibringen.
Vorgehen im Kanton Luzern
Die Neobiota-Koordinationsstelle des Kantons Luzern beobachtet die Entwicklung im Zusammenhang mit der Grossen Drüsenameise.
Auf Anfrage unterstützt die kantonale Fachstelle Betroffene bei der Suche nach Fachpersonen für die Artbestimmung und Schädlingsbekämpfung. An der eigentlichen Bekämpfung beteiligt sie sich nicht.
| Name | Grosse Drüsenameise (Tapinoma magnum) |
| Herkunft | Mittelmeerraum |
| Vorkommen | In der Schweiz wurde die Grosse Drüsenameise 2017 und 2018 in den Kantonen Waadt und Genf das erste mal nachgewiesen. Seither gab es weitere Funde in weiteren Kantonen. 2025 wurde sie nun erstmals an einem Standort im Kanton Luzern (Wauwil) nachgewiesen. |
| Art der Verbreitung | Die Grosse Drüsenameise kann mittels Warentransport (z.B. mit importiertem Pflanzenmaterial) aus ihrer Ursprungsregion verschleppt werden. |
| Gefahr | Natur Mensch In Häusern kann sie Schäden an Fassaden und elektrischen Installationen verursachen. |
| Bekämpfung | Da sich die Grosse Drüsenameise von blossem Auge und ohne entsprechende Fachkenntnis nicht von einheimischen Ameisenarten unterscheiden lässt, empfiehlt es sich, bei Verdacht eine Fachperson beizuziehen. |
