Beobachtungen von Stadtwildtieren gesucht
Wie steht es um die Wildbienen, Igel, Eichhörnchen und all die anderen Wildtiere in Luzern? Im Rahmen des schweizweiten Citizen Science-Projekts «StadtWildTiere» ruft die Stadt Luzern die Bevölkerung zur Mithilfe auf.
Der Verein Stadtwildtiere macht immer wieder Aktionen wo die Bevölkerung mithelfen kann. Konkret geht es um die Meldung von Beobachtungen verschiedener Tiergruppen, seien es Igel, Wildbienen, Eichhörnchen oder vielen Anderen. Diese Daten dienen dann konkret dem Schutz und der Planung von Aufwertungsmassnahmen, etwa den Stadtbehörden. Auch können so Trends festgestellt werden, etwa dass Igel in der Stadt seltener werden oder Dachse zunehmen. Hier geht es zur aktuellen Mitmachaktion: Stadtwildtiere Luzern
Bei der Gestaltung von wildtierfreundlichen Gärten unterstützt Sie das kostenlose Beratungsangebot „Luzern grünt“.
Natürlich sind alle Beobachtungen von Stadtwildtieren sehr willkommen. Hier geht's zur Melde-Plattform. Gute Daten zur Verbreitung der Tiere sind eine wichtige Voraussetzung für eine gezielte Förderung. Deshalb ist jede Beobachtung wertvoll.
Warum dieses Projekt?
Viele Wildtiere leben vor unserer Haustüre. 40 der 90 Säugetierarten, die in der Schweiz vorkommen, besiedeln auch das Stadtgebiet. Eichhörnchen, Fledermäuse, Siebenschläfer, Dachs, Biber und Fuchs haben gemerkt, dass es sich in der Stadt und am Stadtrand gut leben lässt. Die Website StadtWildTiere informiert über die Biologie typischer Wildbienen, Säugetiere, Vögel und vieler weiteren Arten, die in Luzern vorkommen. Zudem gibt sie Tipps, wo sich die Tiere beobachten lassen und was zu ihrer Förderung und ihrem Schutz unternommen werden kann. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist, mehr Wissen über unsere Stadttiere zusammenzutragen. Dies soll u. a. mit Hilfe der Bevölkerung passieren. Deshalb sind alle Bewohnerinnen und Bewohner aufgerufen, die Augen offen zu halten und Beobachtungen zu Wildtieren auf der Website zu melden.
Noch in den 1990er-Jahren konnten Igel in grünen Wohnquartieren von Städten und Agglomerationen der Schweiz häufig nachgewiesen werden. Eine aktuelle Studie aus Zürich belegt jedoch eine drastische Abnahme. Deshalb rief die Stadt Luzern die Bevölkerung 2018 dazu auf, Igelbeobachtungen zu melden. Die Aktion «Igel gesucht» wollte diese Wissenslücke schliessen: Igel-Vorkommen in der Stadt Luzern wurden mit Hilfe von Spurentunnels untersucht. Diese werden mit Farb- und Papierstreifen ausgerüstet und in Privatgärten und Grünflächen platziert. Bewegte sich ein Igel durch einen solchen Spurentunnel, hinterliess er seine Pfotenabdrücke. So wurde sichtbar, wo Igel unterwegs sind. Die Auswertung der Resultate ergab, dass in der Stadt Luzern etwa 260-520 Igel leben. Im Anschluss wurden dann für die Igel gezielte Lebensraumaufwertungen durchgeführt. Die Resultate der Untersuchung finden Sie hier.
2020 folgte das Projekt "Eichhörnchen und Stadtbäume" bei der man Eichhörnchen - Beobachtungen sammelte.
Die Kampagne 2021 dreht sich dann um Tiere, die zu Fuss unterwegs sind und hiess "Freie Bahn für Igel & Co". Der Fokus lag auf der Verbesserung der Zugänglichkeit von Gärten für Tiere, die zu Fuss unterwegs sind. Für Igel sind schon Hindernisse von 20 cm Höhe unüberwindlich. Hier kann mit einfachen Mitteln Abhilfe geschaffen werden: In Zäune Durchschlüpfe machen oder Treppenstufen mit "Zwischenstufen" (z. B. flache Steine) ausrüsten. Im Zusammenhang mit der Kampagne wurden Aktivitäten wie Kartierung und Verbesserung von Lebensräumen umgesetzt.
Im Jahr 2022 standen dann die Wildbienen im Zentrum, in Luzern wurden über 150 Arten nachgewiesen. Hier geht's zum Fotowettbewerb.
