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Schwarzmeergrundel

Im Rhein bei Basel machen die Schwarzmeergrundeln stellenweise mehr als drei Viertel der in Bodennähe lebenden Fische aus.
  • Schwarzmeergrundeln ernähren sich von Muscheln, Krebsen, kleinen Fischen und Laich.

Die Bezeichnung "Schwarzmeergrundel" ist ein Sammelbegriff für verschiedene Grundelarten. In der Schweiz kommen heute zwei invasive Grundelarten vor: Die Kesselgrundel wurde 2011, die Schwarzmundgrundel 2012 erstmals im Rhein bei Basel nachgewiesen. Heute bilden sie dort bereits dichte Bestände und machen stellenweise mehr als drei Viertel der in Bodennähe lebenden Fische aus.  Es besteht ein hohes Risiko, dass drei weitere invasive Grundelarten in den Rhein bei Basel eingeschleppt werden.

Heute sind Vorkommen von Schwarzmeergrundeln auch rheinaufwärts von Basel, bis zum Kraftwerk Rheinfelden vermerkt. Die weitere Ausbreitung rheinaufwärts und insbesondere in andere Gewässer könnte verheerende Folgen für die heimische Fischfauna haben. Die Auswirkungen auf das Ökosystem sind derzeit erst in Ansätzen bekannt. Aber aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern sind durch Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung sowie durch den Frass von Eiern und Jungfischen massive Auswirkungen auf die lokale Fischfauna zu befürchten. 

Die Schwarzmeergrundeln sehen der einheimischen Groppe änlich. An ihrem Erkennungsmerkmal, der saugnapfähnlichen Bauchflosse, sind sie jedoch deutlich von der Groppe zu unterscheiden.

Falls sie beim Fischen eine Schwarzmeergrundel fangen, sollten sie diese sofort töten.

Die Schwarzmeergrundeln legen ihre Eier gerne an Schiffsrümpfen an und können sich so über weite Distanzen verbreiten. Boote, welche vom Rhein in ein anderes Gewässer, oder flussaufwärts über ein Stauwehr versetzt werden, müssen deshalb vorher gründlich gereinigt werden.

Name
Schwarzmeergrundeln. Dazu gehören die Schwarzmund- oder Schwarzmaulgrundel (Neogobius melanostomus), die Kesselgrundel (Ponticola kessleri), die Marmorierte Grundel (Proterorhinus semilunaris), die Nackthalsgrundel (Babka gymotrachelus) und die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis). In der Schweiz kommen bisher die Schwarzmundgrundel und die Kesselgrundel vor.
Herkunft Wie der Name sagt, stammen die Schwarzmeergrundeln aus dem Gebiet des Schwarzen Meers.
Vorkommen Bis jetzt sind Vorkommen bis zum Kraftwerk Rheinfelden vermerkt. Die weitere Ausbreitung rheinaufwärts und insbesondere in andere Gewässer könnte verheerende Folgen für die heimische Fischfauna haben.
Art der Verbreitung Es wird vermutet, dass die Schwarzmeergrundeln vor allem als Larven im Ballastwasser von Frachschiffen oder als am Schiffsrumpf haftender Laich in die Schweiz eingeschleppt wurden. Ausserdem ist seit der Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals (1993) eine direkte Verbindung zwischen dem Schwarzmeerraum und der Schweiz vorhanden. Aquatische Lebewesen können sich seither über diese Schiffahrtsstrasse aus dem Donauraum in das Rheinsystem ausbreiten. Für die Verbreitung kommen neben der Schiffahrt auch die unbeabsichtigte Freilassung als lebende Köderfische, die Freisetzung aus Aquarien und eine Verschleppung durch den Verkehr und Transport von Booten in Frage.
Gefahr

Natur
Schwarzmeergrundeln fressen Fischlaich und stellen damit eine grosse Gefahr für sensible Fischarten wie die Äsche oder die Forelle dar und gefährden die Wiederansiedlung des atlantischen Lachses. Ausserdem stehen sie in Kokurrenz zu den einheimischen bodenlebenden Fischarten (z.B. Groppe). Heimische Räuber finden in den sich stark verbreitenden Schwarzmeergrundeln plötzlich Nahrung im Überfluss und vermehren sich ihrerseits. Das verändert die Pflanzen- und Tierwelt eines Ökosystems innert kurzer Zeit.

Bekämpfung

Fischer sollen die Grundeln auf keinen Fall aussetzen oder als Köder brauchen. Gefangene Schwarzmeergrundeln müssen sofort getötet werden. Bootsbesitzer sollen ihre Boote aussen gründlich reinigen und das Kühlwasser leeren, bevor sie ihre Boote in neue Gewässer versetzen.

Quellen               

Bundesamt für Umwelt

KVU & JFK

Universität Basel

Amt für Umwelt, Jagt- und FIschervereinverwaltung Thurgau

AWEL Kanton Zürich

SRF

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Zuletzt geändert 
26 Mär 2020 - 14:50

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