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Gebietsfremde Vögel

Als etabliert gelten gebietsfremde Vogelarten dann, wenn sie mindestens drei Generationen eigenständig im Freiland überlebt haben. In der Schweiz trifft dieses Kriterium auf die Mandarinente, die Nilgans und die Rostgans zu.
  • Die Schwarzkopfruderente konkurrenziert mit der in Europa heimischen Weisskopfruderente und kreuzt sich mit ihr. Um die Weisskopfruderente zu erhalten, wurde ein europaweiter Aktionsplan zur Bekämpfung der Schwarzkopfruderente erarbeitet.
  • Die Rostgans kann in Nistplatzkonkurrenz zu Schleiereulen und Turmfalken treten. Bei einer starken Bestandeszunahme könnte dies für diese Arten problematisch werden.
  • Die afrikanische Nilgans wurde schon im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. Entflohene Tiere breiteten sich aus der Niederlande bis in die Schweiz aus.
  • Die Mandarinente stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde schon im 18. Jahrhundert in Europa auf Parkteichen gehalten. Sie brütet seit 1958 in der Schweiz, ohne dass Konflikte mit anderen Arten bekannt geworden wären.
  • Dem Mönchssittich ist es bisher nicht gelungen, sich in der Schweiz zu etablieren. Vereinzelt wurden aber Brutversuche beobachtet.

Schon früh herrschte ein reger Zoohandel mit exotischen Vogelarten. Immer wieder entkamen so Tiere in die Freiheit oder sie wurden gar als "Ziergeflügel" zur vermeintlichen Bereicherung der Fauna ausgesetzt. Sich in freier Wildbahn zu etablieren, gelingt aber nur wenigen Exoten. Unerwünschte Folgen einer Etablierung werden oft erst nach Jahren erkennbar. So können gebietsfremde Arten mit heimischen Vögeln um Nahrung, Brutplätze und Lebensräume konkurrieren oder mit ihnen hybridisieren. 

Der Nil- und der Rostgans gelang es sich in der Schweiz etablieren. Ihre Bestände sind seit der Etablierung stark angestiegen und es wird offensichtlich, dass es zu Konflikten mit einheimischen Vogelarten kommen kann. Die Mandarinente brütet zwar schon seit 1958 in der Schweiz, bei ihr sind jedoch hierzulande noch keine Konflikte mit anderen Arten beobachtet worden. Auch die Weisswangengans, die Kanadagans, die Bahamaente, der Halsbandsittich und die Braunkopf-Papageimeise könnten sich ohne Gegenmassnahmen bald in der Schweiz etablieren.

Die amerikanische Schwarzkopfruderente hat sich über England nach Spanien verbreitet, wo beobachtet wurde, dass sie mit der seltenen, einheimschen Weisskopfruderente in Konkurrenz tritt und sich mit dieser kreuzt. Um die Weisskopfruderente zu schützen wurde europaweit ein Aktionsplan zur Bekämpfung der Schwarzkopfruderente erstellt. In der Schweiz wird die Schwarzkopfruderente zwar selten beobachtet, doch auch hier muss sie (falls sie auftritt) bekämpft werden. Falls Sie ein Exemplar sichten, melden Sie Ihre Beobachtung bitte der Schweizerischen Vogelwarte und/oder dem SVS/BirdLife Schweiz. 

Das Aussetzen fremder Vögel ist in der Schweiz verboten!

Name
Nilgans, Rostgans und Mandarinente 
Herkunft Die Nilgans stammt aus Afrika, die Rostgans aus Zentralasien und Nordafrika, die Schwarzkopfruderente aus Amerika und die Mandarinente aus Ostasien.
Vorkommen

Die Nilgans, die Rostgans und die Mandarinente haben sich in der Schweiz etabliert. Die Schwarzkopfruderente wird in der Schweiz selten beobachtet.

Art der Verbreitung Sie entfohen aus Gehegen oder wurden ausgesetzt.
Gefahr

Natur
Die gebietsfremden Vögel können mit einheimischen Arten um Nahrung, Brutplätze und Lebensräume konkurrieren oder mit ihnen hybridisieren.

Bekämpfung

Fremde Arten müssen so gehalten werden, dass sie nicht entweichen können und dürfen auf keinen Fall ausgesetzt werden. Rostgans, Nilgans und Schwarzkopfruderente werden in der Schweiz bekämpft.

Quellen               

BAFU

Vogelwarte: Gebietsfremde Vogelarten

Vogelwarte: Auf dem Vormarsch: gebietsfremde Vogelarten

Vogelwarte: Mandarinente

Vogelwarte: Rostgans

Vogelwarte: Nilgans

BirdLife: Schwarzkpfruderente

Ala

BirdLife: Nicht-enheimische Vogelarten

SRF

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Zuletzt geändert 
23 Jun 2020 - 13:53

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