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Wolfsmilch

Trotz ihrer Vielgestaltigkeit sind Wolfsmilcharten weltweit an ihrem giftigen Milchsaft und dem typischen Blütenaufbau leicht erkennbar.
  • Die einheimische Mandelblättrige Wolfsmilch (Bild Pixabay)
  • Die Raupe des Wolfsmilchschwärmers ist immun gegen das Gift der Pflanzen (Bild Pixabay)
  • Der Weihnachtsstern: über die Festtage massenhaft verkaufte Topfpflanze (Bild Pixabay)

Artbeschreibung

Wolfsmilch (Euphorbia sp.) ist eine Pflanzengattung, die fast weltweit verbreitet ist und sehr viele  Arten beinhaltet. In der Schweiz kommen rund 26 Arten vor. Euphorbien sind sehr vielgestaltig. Gemeinsam haben sie alle die eingeschlechtlichen und sehr reduzierten Blüten, die von speziellen Blättern (sogenannten Hochblättern) umgeben sind. Mehrere Blüten bilden zusammen mit den Hochblättern als «Scheinblüte» eine optische Einheit.

Vorkommen

Viele Wolfsmilcharten sind auf trockene Lebensräume spezialisiert. Dazu gehört die giftigste in der Schweiz vorkommende Art: Die Zypressen-Wolfsmilch (E. cyparissias). Mit ihren schmalen Blättern minimiert die Art den Wasserverlust durch Verdunstung. Daneben kommen Euphorbien aber auch in vielen anderen Lebensräumen vor. Häufige Arten in der Schweiz sind die Mandelblättrige Wolfsmilch (E. amygdaloides) in Laubwäldern und die Sonnenwend-Wolfsmilch (E. helioscopia) die oft als Beikraut in Gärten und Äckern zu finden ist.

Verwendung im Naturgarten

Einheimische Wolfsmilcharten können in steinigen, mageren Gartenbereichen als Wildstauden gesetzt werden. Geeignet für die Zentralschweiz sind z. B. Sonnenwend-Wolfsmilch (E. helioscopia), Süsse Wolfsmilch (E. dulcis) oder Zypressenblättrige Wolfsmilch (E. cyparissias). An feuchten Stellen wächst die prächtige Sumpf-Wolfsmilch (E. palustris). Wegen der Giftigkeit der Wolfsmilcharten sollen sie nicht an Orte gepflanzt werden wo Kinder spielen. 

Giftigkeit

Der namensgebende Milchsaft der Wolfsmilch enthält verschiedene hautreizende Inhaltstoffe. Je nach Art schwankt die Wirkung von leicht irritierend bis stark ätzend. Ebenfalls hat der Milchsaft teilweise eine krebserregede Wirkung. Der Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae), ein Nachtfalter der sich als Raupe bevorzugt von der Zypressen-Wolfsmilch ernährt lässt sich vom Gift indes nicht stören. Im Gegenteil: Durch ihre auffällige Zeichnung signalisiert die Raupe, dass durch ihre giftige Nahrungsquelle auch sie giftig ist. So schützt sie sich vor Fressfeinden.

Symptome

Bei Hautkontakt können Rötungen, Blasen oder Verätzungen auftreten. Gerät der Milchsaft in die Augen kann es zu Binde- und Hornhautentzündungen kommen.

Erste Hilfe

Auf die Haut gelangter Milchsaft soll möglichst schnell und gründlich mit Wasser abgewaschen werden. Bei bereits geronnenem Saft ist dies nicht mehr mittels Wasser möglich: Dann kann der Saft mit einer Emulsion wie Milch oder Crème entfernt werden. Nach einer versehentlichen Einnahme soll bei keinen oder leichten Symptomen die «Tox info suisse» Tel.145 kontaktiert oder bei stärkeren Symptomen die Notrufnummer 144 gewählt werden.

Wissenswertes

In der Weihnachstzeit ist eine Wolfsmilchart vermehrt in der Schweiz als Zimmerpflanze anzutreffen: Der Weihnachtsstern. In Mittelamerika ist er (E. pulcherrima) in der Wildnis als bis zu 5 m hoher Strauch oder Baum zu finden. Er wurde so gezüchtet, dass sich seine roten Hochblätter sternförmig und zusammengestaucht um die Blüten anordnen. Zur Weihnachtszeit wird er, teilweise noch mit Glitzer bestreut, weltweit als oft kurzlebige Topfpflanze verramscht. In tropischen und subtropischen Regionen sind Abkömmlinge von diesen Zuchtexemplaren häufig als Neophyten zu finden. Wie die anderen Wolfsmilcharten ist auch der Weihnachtsstern giftig, allerdings scheint es trotz der weiten Verbreitung nur selten zu schwerwiegenderen Zwischenfällen damit zu kommen.

Zuletzt geändert 
11 Mai 2020 - 09:57

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