Schädlinge im Garten
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Gartenschädlinge treten hauptsächlich während der Vegetationsperiode (April bis September) auf. Bei günstigen Bedingungen im Frühjahr können sie bereits im Februar aktiv werden. Durch frühzeitiges Beobachten der Pflanzen und rechtzeitiges Handeln können Schäden vermieden werden. In einem ausgeglichenen Ökosystem ist eine bestimmte Anzahl an Schädlingen völlig normal. Denn diese sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Tiere.
Inhaltsverzeichnis
Kurzinformation
Gartenschädlinge treten hauptsächlich während der Vegetationsperiode (April bis September) auf. Bei günstigen Bedingungen im Frühjahr können sie bereits im Februar aktiv werden. Durch frühzeitiges Beobachten der Pflanzen und rechtzeitiges Handeln können Schäden vermieden werden. In einem ausgeglichenen Ökosystem ist eine bestimmte Anzahl an Schädlingen völlig normal. Denn diese sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Tiere.
Schädling oder Lästling?
Als „Schädlinge“ werden Organismen bezeichnet, die den wirtschaftlichen Erfolg des Menschen schmälern, sei es als Zerstörer von Kulturpflanzen oder als Nahrungskonkurrent. Das Aufkommen von Schädlingen geht einher mit der Entwicklung von Kulturen. Insbesondere die Monokulturen fördern die Massenentwicklung einzelner Arten, die damit in die Rolle von Schädlingen geraten. Durch klimatische Veränderungen oder Extreme (Hitze, Trockenheit) werden Schädlinge begünstigt.
Lästlinge hingegen richten in der Regel keine Schäden an. Bei Massenauftreten können sie jedoch als störend empfunden werden.
Schädlinge im Ökosystem
Insekten, zu denen auch viele Schädlinge gehören, sind für unser Ökosystem unerlässlich. Sie sind wichtige Bausteine der Nahrungskette und dienen vielen Tierarten wie Vögel Amphibien, Reptilien und Säugetiere als Nahrung. In einem ausgeglichenen Ökosystem ist eine bestimmte Anzahl an Schädlingen völlig normal. Ist das Ökosystem gestört, in etwa durch Pestizide oder fehlende Strukturen, können Schädlinge überhand nehmen.
Nützlinge im Garten fördern
In einem naturbelassenen Garten siedeln sich Nützlinge meist von alleine an. Durch den Einsatz von einheimischen Pflanzen, das Anlegen von Strukturen wie Ast-, Laub-, oder Steinhaufen, den Verzicht auf Pestiziden und zurückhaltenden Pflegemassnahmen kann ein ausgeglichenes Ökosystem hergestellt werden.
Nützlinge können aber auch gezielt ausgesetzt werden. Produkte, welche Nematoden, Bakterien oder Viren enthalten, können meistens in Wasser gelöst, gegossen werden.
Die wichtigsten Gartenschädlinge
Blattläuse treten an vielen Gehölzen, Obst und Gemüse, Zierpflanzen und Wildstauden auf. Die möglichen Schäden durch einen Blattlausbefall sind vielfältig. Es beginnt bei einer Schwächung der Pflanze, da dieser der zuckerhaltige Saft entzogen wird und damit wichtige Aufbauverbindungen fehlen. Der beim Einstechen in das Pflanzengewebe mitabgegebene Speichel führt bei vielen Pflanzen zu einer Kräuselung und Verkrümmung der Blätter und Triebe. Auf dem von den Blattläusen als „Abfallprodukt“ abgegebenen „Honigtau“ siedeln sich als Folgeproblem dunkel gefärbte Pilze („Russtaupilze“) an. Zugleich wird die Pflanze auch geschwächt, da durch die Abdeckung der Blattoberfläche die Fotosynthese nicht mehr in gewohntem Masse ablaufen kann. Nicht zu unterschätzen ist die je nach Blattlausart auftretende Fähigkeit, Viren auf Pflanzen zu übertragen.
Bekämpfung
- Vorbeugende Massnahmen: Grundsätzlich fördert eine erhöhte Stickstoffdüngung die Entwicklung von Blattläusen und damit zugleich den auftretenden Schaden. Reduzieren Sie daher die Düngung der Pflanzen. Ausserdem ist auf eine ausreichende Bewässerung zu achten, da Pflanzen unter Trockenstress vermehrt Substanzen in den Siebröhren produzieren, welche die Blattläuse benötigen – und damit indirekt gefördert werden.
- Mechanische Bekämpfung: Bei grösserem Befall können die Blattläuse von Hand abgestreift werden.
- Biologische Bekämpfung: Im Garten treten meist viele Nützlinge auf, die bei der Regulation von Blattlauspopulationen mithelfen: Larven von Schwebfliegen, Larven und erwachsene Marienkäfer, Larven und erwachsene Florfliegen, Larven von Gallmücken. Gewisse Nützlinge – z. B. Marienkäferlarven können im Fachhandel gekauft werden.
- Chemische Bekämpfung: Oft werden Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse eingesetzt. Die Produktauswahl ist recht gross; es werden immer wieder Neuentwicklungen auf den Markt gebracht. Wirkstoffe mit einer Tiefenwirkung oder einer systemischen Wirkung sind dabei Dimethoat, Imidacloprid, Acetamiprid oder Azadirachtin. Kontaktgifte enthalten Kali-Seife, Pyrehtrine oder Rapsöl. Die genannten Wirkstoffe werden meist in Wasser gelöst und gespritzt.
| Name | Wichtige Wirtspflanzen | Lebensweise und Schadbild |
| Weidenbohrer | Obst- und Ziergehölze | Miniert für mehrere Jahre im Stamm; lange Gangsysteme; Holzessiggeruch; ovale Frassgänge |
| Blausieb | Obst- und Ziergehölze | Miniert in Ästen und auch im Stamm |
| Obstbaum-miniermotte | Obst- und Ziergehölze | Überwinterung als Falter am Stamm; Eiablage auf den Blättern ab Mai; Minierfrassgänge der Raupen im Blatt („Schlangenminiermotte“); Verpuppung zum Falter in einem Hängegespinst |
| Verschiedene Gespinstmotten | Obst- und Ziergehölze | Überwinterung als frisch geschlüpfte Raupe; Gespinstbildung mit Frassschäden der Raupen im Frühling; Verpuppung am Blatt; Falterflug ab Juli |
| Ringelspinner | Apfel | Überwinterung als geringeltes Eigelege an Trieben; Gespinstbildung mit Frassschäden der Raupen im Frühling; Verpuppung am Blatt; Falterflug ab Juni |
| Schwamm-spinner | Obst- und Ziergehölze | Überwinterung als Ei (Gelege); behaarte Raupen führen zu Frassschäden; allergische Reaktionen möglich; Schlupf der Falter im August |
| Frostspanner | Obst- und Ziergehölze | Überwinterung als Ei in der Krone; ab Knospenaufbruch Frassschäden der Raupen; Schlupf der Falter im Oktober |
| Stachelbeer-spanner | Johannis-/ Stachelbeere | Überwinterung der Raupe in einem Gespinst im Falllaub; Frass an Knospen und Blättern; Verpuppung an der Pflanze; Falterflug ab Juli mit Eiablage an den Blättern; Raupenschlupf im August |
| Johannisbeer-glasflügler | Johannis-/ Stachelbeere | Überwinterung der Raupe in den Trieben; Falterflug ab Mai; Eiablage an junge Triebe; Einbohren der Raupen in den Trieb (abwärts) |
| Fruchtschalen-wickler | Apfel/Birne | Überwinterung als Raupe an Zweigen; kurzer Frass an den Knospen und Blättern; Falterschlupf im Mai; Eiablage auf Blätter; Raupenfrass an Blättern und Früchten (zusammengesponnen); ab Juli erneuter Falterflug und Eiablage |
| Apfelwickler | Apfel | Überwinterung als Raupe (in einem Gespinst) am Stamm; Schlupf der Falter im Mai; Eiablage auf die Früchte; Frass in der Frucht; Abwanderung der Larven im Juli zur Rinde |
| Pflaumenwickler | Pflaume/ Zwetschge | Überwinterung als Raupe (in einem Gespinst) am Stamm; Schlupf der Falter im Mai; Eiablage auf die Früchte; Frass der Raupen („Obstmade“) in der Frucht; Abwanderung der Larven im Juli zur Verpuppung in den Boden; ab Juli Falter der zweiten Generation mit Eiablage auf die Früchte und Abwanderung der Larven ab September |
Nützliche Informationen
Aus die Laus - 160 Krankheiten und Schädlinge im Nutzgarten erkennen und bekämpfen, Th. Lohrer
Farbatlas Krankheiten und Schädlinge an Zierpflanzen, Obst und Gemüse, B. Böhmer, W. Wohanka
Nützlinge im Garten fördern - Schmetterlinge, Wildbienen, Singvögel & Co., S. Meys
Wo die wilden Nützlinge wohnen - Gärtnern für eine bunte Tier- und Pflanzenwelt, S. Schwingesbauer
Herausgeber: Umweltberatung Luzern (2024) 3. Auflage
Konzept und Text: Sebastian Meyer, Überarbeitung A. Oelhafen
Bilder: Gemeinfreie Bilder
