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Gehölzschnitt

Gehölze werden aus verschiedenen Gründen zurückgeschnitten: für einen regelmässigen Fruchtbehang, um die Blütenfülle anzuregen oder einfach weil man eine bestimmte Form wünscht. Je nach Pflanze sollte man dabei unterschiedlich vorgehen.
  • Blattloses Astgerüst von einer Laube und einem Wandelgang geformt aus Kornelkirsche.
    Eine altehrwürdige Laube und ein Wandelgang aus Kornelkirsche - im Sommer gibt es hier wunderbare Schattenplätze. (Bild: M. Merki)
  • Äste einkürzen mit der Rebschere
    Mit der Astschere werden zu dicht stehende und zu lange Zweige eingekürzt. (Bild: shutterstock)

Mit dem Schnitt von Gehölzen lassen sich Wachstum, Blütenansatz und Ertrag steuern. Obstbäume, die nicht geschnitten werden wachsen rasch zu dicht. Die Fruchtäste erhalten zu wenig Sonne und es werden viele, aber sehr kleine Früchte gebildet. Je nach Art der Gehölze schneidet man unterschiedlich. Für Interessierte lohnt es sich, einen Baumschnittkurs zu besuchen. 

Grundsätze

Kleine Schnittfläche: Wichtig ist, die Schnittfläche so klein wie möglich zu halten damit die Wunde schnell heilt. Also lieber jährlich schneiden, dann braucht man auch keine dicken Äste zurückzuschneiden. 

Zeitpunkt: Prinzipiell ist ein Schnitt während der Vegetetationszeit günstig, weil dann Wunden am schnellsten verheilen. Allerdings sollte man Gehölze möglichst nicht während der Brutzeit der Vögel (April-August) schneiden. Ein Winterschnitt ist aus arbeitsökonomischer Sicht praktisch da im Winter die Arbeiten auf dem Feld rar sind und das Astgerüst von Bäumen und Sträuchern gut ersichtlich ist. Kurz nach dem Schwellen der Knospen kann man die meisten Gehölze noch schneiden, durch den beginnenden Saftstrom heilen die Wunden sehr rasch: dieses Vorgehen vereint die Vorteile von Winter- und Sommerschnitt.

Werkzeug: Die Schnittarbeiten werden mit einer scharfen Astschere und dem Fuchsschwanz durchgeführt. Auf das Verstreichen der Wunde mit Baumwachs sollte man verzichten - damit werden Pilzinfektionen sogar noch gefördert. 

Obstgehölze

Man unterscheidet bei Obstgehölzen zwischen Aufbauschnitt und Erhaltungsschnitt. Der Aufbauschnitt dient zur Festlegung der späteren Kronenform, der Erhaltungsschnitt ermöglicht eine regelmässigen Fruchtbildung. Man kann Obstbäume (wie Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche) als Hochstammbaum, als Halb- oder Niederstamm erziehen. Daneben kann man diese Gehölze auch als Spalier an einer Wand oder sogar als Tunnel formieren. So ist es möglich, auch auf kleinsten Flächen und mitten in der Stadt Obst anzubauen. Oft wird beim Obst ein Winterschnitt gemacht und im Sommer nochmals geschnitten. Kernobstarten (Apfel und Birne) ertragen einen Winterschnitt gut. Steinobst wie Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche sollte man erst nach dem Schwellen der Knospen schneiden. Jede Obstart braucht einen etwas anderen Schnitt - hier helfen die unten aufgeführten Merkblätter

Kiwi und Reben verlangen eine andere Schnitttechnik: Man befestigt einzelne lange Triebe an einem Spalierdraht und kürzt danach alle Seitentriebe ein. Bei der Kiwi lässt man nur eine Knospe pro Seitentrieb - hier bilden sich die Fruchttriebe. Im Sommer werden dann die Fruchttriebe eingekürzt, man lässt pro Trieb nur 6-8 Blätter stehen. Bei den Reben geht man ähnlich vor: Leittriebe anbinden und danach Seitentriebe bis auf zwei bis drei Knospen kürzen. Auch hier werden im Sommer die Triebe eingekürzt damit genug Sonne und Energie zu den Früchten kommt.

Beerengehölze

Johannisbeeren und Josta werden ausgelichtet. Der Schnitt ist einfach: Jährlich zwischen August und Februar die zwei bis drei ältesten Triebe (man erkennt sie an der sehr dunklen Rinde) bodeneben wegschneiden. 

Stachelbeeren werden am besten im Winter geschnitten: Man entfernt die ältesten Triebe und lichtet alles was zu dicht ist aus. Man kann Stachelbeeren auch als Hochstämmchen kultivieren. 

Brombeeren werden an einem Drahtgerüst waagrecht befestigt, man schneidet jährlich nach der Ernte die abgetragenen Ruten ab. An ihrer Stelle zieht man vier bis sechs junge Ruten nach und befestigt sie am Rankgerüst.

Bei Himbeeren unterscheidet man zwei Typen: Sommer- und Herbsthimbeeren. Die Sommerhimbeeren bilden Früchte an den vorjährigen Ruten, man schneidet diese direkt nach der Ernte bodeneben ab und lässt alle jungen Ruten stehen. Die Herbsthimbeeren tragen an den diesjährigen Ruten Früchte, nach der Ernte werden sämtliche Triebe bodeneben abgeschnitten. 

Wildstäucher

Wildsträucher lässt man entweder frei wachsen und wenn dies aus Platzgründen nicht möglich ist werden sie regelmässig ausgelichtet. Dazu schneidet man überflüssige Triebe nahe am Boden ab. Zu lange Triebe kann man etwa um einen Drittel einkürzen. In den Hecken sollte man Dornensträucher und langsam wachsende Arten eher nicht oder nur wenig schneiden. Schnellwachsende Arten wie etwa Hasel und Hartriegel kann man sogar "auf den Stock setzen". Das bedeutet dass man alle Triebe knapp über dem Boden abschneidet. Sie wachsen danach sehr schnell wieder nach. Es gibt noch weitere Schnittvarianten: mit einem Quirlschnitt erhält man stark verzweigte Partien, wo Vögel ideale Nestbedingungen finden. Die Schnittarbeiten werden im Winter gemacht, damit man keine brütenden Vögel stört. 

Formhecken

Wenn man Hecken, die als "Lebhag" dienen in Form schneidet, macht man das im Sommer - man sollte aber darauf achten keine brütenden Vögel zu stören. Bei manchen streng geformten Hecken braucht es noch einen zweiten Schnitt Ende Winter. Hier verwendet man eine Heckenschere für die Arbeiten. Aus Gehölzen lassen sich die unglaublichsten Figuren formen: Lauben, lebendige Zäune, Tunnel, Tipis, Pergolen, Kopfbäume oder auch Tierfiguren. Beliebt hierfür sind bei den immergrünen Pflanzen Eibe, Buchs und Stechpalme; bei den laubabwerfenden eignen sich beispielsweise Kornelkirsche, Hagebuche und Weiden. 

...mit dem Astmaterial vom Gehölzschnitt kann man gleich einen Asthaufen machen - als Zuhause für allerhand Kleintiere.

Zuletzt geändert 
13 Jan 2021 - 23:24

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