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Wo finde ich in Luzern einen nachhaltig produzierten Kaffee?

Auf das Thema aufmerksam wurde unsere Bloggerin Jeannine Zihlmann durch eine Diskussion im Pausenraum. Die beliebten Aluminium-Kapseln von Nespresso stossen auf Widerstand und es werden Alternativen gesucht. Auch sie machte sich auf die Suche nach nachhaltigem Kaffee in Luzern.

Eine Umfrage in meinem Team ergab, dass sich die Mitarbeiter vor allem an zwei Dingen stören: Einerseits ist da die Menge an Abfall, die durch den Gebrauch von Kapseln entsteht. Andererseits muss für die Kapselproduktion viel Energie aufgewendet werden. Gemäss einer Studie dem Schweizerischen Materialforschungsinstitut EMPA macht bei einem durchschnittlichen Kaffee beispielsweise die leere Kapsel, ein Viertel der gesamten Umweltbelastung aus.

Problematische Produktion

Laut einer Studie des WWF braucht es 140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee. Man spricht in diesem Zusammenhang vom «Wasser- Fussabdruck». Dieser gibt an, wie viel Wasser für die Herstellung eines Produktes nötig ist. Besonders für das Waschen der Kaffeebohnen und für den Anbau der Kaffeepflanze braucht es enorme Wassermengen. Problematisch sind auch die Kaffeemonokulturen, welche auf einen grossen Pestizideinsatz angewiesen sind und gleichzeitig die Biodiversität gefährden.

Gutes Beispiel aus Luzern

Wo finde ich denn in Luzern einen nachhaltig produzierten Kaffee? Ich mache mich auf die Suche und treffe den aus El Salvador stammenden Manolo in seinem Laden an der Eichwaldstrasse in Luzern. Auf der Website wird mit dem Begriff der Nachhaltigkeit geworben. Nun möchte ich genau wissen wo und wie dieser Kaffee hergestellt wird. Manolo erzählt mir, dass er den Kaffee einmal pro Jahr aus El Salvador importiert; und zwar mit dem Schiff. Die Bohnen werden grün geliefert und erst im Laden selbst von Manolo in kleinen Portionen geröstet. So kann er den Kaffee möglichst frisch, direkt an die Kundschaft verkaufen.

Die Bauern der Kaffeeplantagen von Manolo setzten auf Misch- statt auf Monokultur. Der Verzicht auf Monokulturen der Kaffeeplantagen ermöglicht längerfristig einen wertvollen Bodenaufbau. Durch die Vielfalt von unterschiedlichen Pflanzen ist die Kaffeepflanze weniger anfällig auf unterschiedliche Krankheiten. So kann auf Pestizide verzichtet werden und ein biologischer Anbau ist möglich.

Was mich insbesondere sehr überzeugte, ist der direkte Kontakt von Manolo zu seinem Bauer in El Salvador. So bin ich sicher, dass der Bauer seinen Kaffee zu einem besseren Preis verkaufen kann, da er diesen direkt an Manolo abgeben kann und so der Zwischenhandel wegfällt.

Fazit

Mit dem Verzicht auf Kaffee-Kapsel ist man bereits auf einem guten Weg, Insbesondere wenn man die graue Energie zur Herstellung und Entsorgung der Kaffeekapselmaschine miteinbezieht.

Wichtig ist aber auch auf die Produktion des Kaffees zu achten, da bei der Herstellung enorme Mengen an Wasser und Pestizide eingesetzt werden. Zu dem belasten Grossplantagen durch ihre Monokultur den Boden und die Umwelt stark. Nicht zu Letzt sollte man auf faire Arbeitsbedingungenund Löhne der Kaffeebauern achten.

Zuletzt geändert 
27 Mai 2019 - 17:01

Autorin

 

Jeannine Zihlmann
Umweltberatung Luzern
öko-forum
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