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Fahrplanwechsel – stetige Suche nach der besten Verbindung

Alle paar Jahre kommt es im öffentlichen Verkehr zu grösseren Anpassungen. Nächsten Sonntag ist es wieder soweit. Neue öV-Linien kommen dazu, andere fallen weg. Die Änderungen und Verbesserungen machen es für Nutzer aber nicht immer nur einfach, wie unser Blogger aus eigener Erfahrung weiss .
  • Die Buslinie 1 fährt neu bis Ebikon

Aus der Tatsache heraus, dass sich Verkehrsprobleme vor allem in Agglomerationen akkumulieren, hat der Bund vor über zehn Jahren begonnen, Agglomerationen bei der Verbesserung ihrer Verkehrsinfrastruktur finanziell zu unterstützen. Seither werden im Rahmen der Agglomerationsprogramme Optimierungen im öffentlichen Verkehr geplant und umgesetzt.

Ein Strauss von Verbesserungen

Wie zentralplus berichtete, stehen am kommenden Sonntag eine Vielzahl von Optimierungen an. Nebst vielen kleinen Anpassungen gibt es neue Bahn- und Buslinien. Markante Änderungen gibt es im Osten und Westen von Luzern, wobei mich die Änderungen im Rontal je nach Zieldestination auch betreffen.

Während mich der alte Fahrplan zum Kantonsspital oder nach Littau noch über das Stadtzentrum führte, werde ich neu via Ebikon und die neue Tangentiallinie 30 um das Stadtzentrum herumgleitet. Damit wird das Stadtzentrum entlastet und ein wichtiges Ziel bei der Optimierung des Gesamtverkehrssystem erreicht.

Es lohnt sich auf jeden Fall, bei kommenden Fahrten den Online-Fahrplan genau zu studieren und nicht der Macht der Gewohnheit zu trauen – zu viel ändert im Kanton Luzern.

Optimierung für die einen…

Die Optimierung des öffentlichen Verkehrs, ja des Verkehrs allgemein, ist keine leichte Aufgabe. Die Strassen, Schienen und angrenzenden Gebäude sind bereits gebaut und lassen meist nur kleine Veränderungen zu. Erst mit dem Durchgangsbahnhof kann Luzern auf einen Quantensprung beim öffentlichen Verkehr hoffen.

Doch das dauert ja bekanntlich noch einige Jahre. Vorher müssen wir uns also mit kleinen Optimierungen zufriedengeben, welche in der Regel einer Mehrheit eine Verbesserung bringen. Eine Minderheit muss dieses Jahr mit einer Verschlechterung leben.

Zum Beispiel wird die Anreise zum Kantonsspital für Pendlerinnen und Pendler aus der Region Rothenburg/Rain durch den Wegfall der Linie 18 komplizierter.

… Zeit, neue Wege zu gehen für die andern

Die vor ein paar Jahren eingeführte, neue Linienführung des Postautos zwischen Rotkreuz und Luzern verschlechterte das öV-Angebot für mich persönlich ebenfalls.

Statt über das Unterlöchli fährt das Postauto seit da via Verkehrshaus nach Luzern. Das Adligenswiler Quartier Widspüel/Kehlhof stand plötzlich ohne Direktverbindung nach Luzern da. Stattdessen verbesserten sich die öV-Verbindungen für das dicht besiedelte Quartier Hochhüsliweid/Schädrüti, wie steigende Fahrgastzahlen bestätigten.

Unser Quartier musste die Verschlechterung zugunsten der Verbesserung für andere wohl oder übel entgegennehmen.

Wie nach Hause?

Seither ist vor allem die Fahrt nach Hause eine stetige Suche nach der besten Verbindung. Während ich früher die immer gleichbleibenden Abfahrtszeiten der Direktverbindung im Kopf hatte, gibt es heute, abhängig von Tageszeit und Wochentag, viele verschiedene Möglichkeiten. Im Zeitalter des Smartphones ist das eigentlich kein Problem, denkt man, ausser es hat Stau oder es gilt Wartezeiten beim Umsteigen zu vermeiden.

So stehe ich dann, mit müden Kindern im Schlepptau, am Schwanenplatz und versuche, die beste Verbindung herauszufinden. Da die Abfahrtszeiten der Postautolinie auf den Screens, nicht wie diejenigen der anderen Busse in Echtzeit, sondern nach Fahrplan angegeben werden, kann ich nicht wissen, ob das Postauto jetzt oder erst später kommt oder schon abgefahren ist oder ob die Verbindung mit dem Bus inklusive Umsteigen vielleicht doch schneller wäre.

So habe ich mich schon das eine oder andere Mal falsch entschieden und kam statt schnell und unkompliziert mit einer halben Stunde Verspätung nach Hause.

Optimierungen der Optimierung

Die öV-Linie vor dem eigenen Haus liegt jedem am nächsten und niemand kennt die Macken so gut wie die Pendlerinnen und Pendler. Insofern hätte ich persönlich für meine öV-Linien einige Vorschläge zur Optimierung der Optimierung.

Doch vielleicht sind es just meine Vorschläge, welche wieder andere benachteiligen würden oder aus finanziellen oder fahrplantechnischen Gründen nicht umgesetzt werden könnten.

Vorteile überwiegen

Ich bin mir bewusst, dass der öffentliche Verkehr im Gegensatz zum individuellen Verkehr der Vielzahl individueller Wünsche nie gerecht werden kann. Mit diesem Nachteil müssen der öffentliche Verkehr und dessen Passagiere leben. Die Vorteile des öffentlichen Verkehrs aber überwiegen in Zeiten von Klimanotstand, Stau- und Lärmklagen sowie Zeitmangel bei weitem.

Insofern verzichte ich gerne weiterhin auf ein eigenes Auto und fahre klimaschonend, staureduzierend und günstig mit unserem mehrheitlich sehr tollen öffentlichen Verkehr zur Arbeit, zum Einkauf, zur Weiterbildung oder in die Ferien.

PS: zu Fuss oder mit nextbike zum Kantonsspital

Übrigens bringt mir der neue Fahrplanwechsel eine sechs Minuten schnellere Verbindung zum Kantonsspital. Den benachteiligten Pendlerinnen und Pendlern zum Kantonsspital aus der Region Rothenburg/Rain empfehle ich einen wohltuenden Spaziergang vom Kasernenplatz via Zyböriweg zum Kantonsspital.

Mit 13 Minuten übrigens kaum länger als im Bus heute. Wer es schneller will, kann am Kasernenplatz auch aufs Velo umsteigen (z.B. nextbike) oder mit der Linie 9 auf die Geissmatthöhe fahren und via Spitalweg in wenigen Minuten das Kantonsspital erreichen.

Zuletzt geändert 
16 Dez 2019 - 11:03

Kontakt

 

Andreas Merz
Umweltberatung Luzern
Agentur Umsicht
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