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Maulwurf

Wir kennen sie aus Kinderbüchern und von Spaziergängen auf dem Land: Maulwurfhügel. Sie sind Sinnbild von Natur, Idylle und gesundem Boden. Doch finden sich solche Erdhügel im heimischen Garten wieder, ist die Begeisterung schnell vorbei.

Wer an einen Maulwurf denkt, stellt sich oftmals ein viel zu grosses Tier vor. Dies liegt wohl vor allem an der stattlichen Grösse der Erdhügel, die von Maulwürfen in die Landschaft gegraben werden. Mit einem Gewicht von 60 - 120 Gramm und einer Länge von 10 - 17 cm ist der Maulwurf viel kleiner als vermutet. Er hat ein samtig grau-schwarzes Fell und ernährt sich von Insekten und Würmern.

Maulwurfhügel

Die bekannten Erdhügel entstehen, wenn der Maulwurf neue Gänge und Höhlen anlegt. Dabei schiebt er die Erde in regelmässigen Abständen aus den Gängen an die Oberfläche. Maulwurfhügel deuten auf einen lockeren, gut durchlüfteten Boden und eine lebendige Bodenfauna hin. Die luftige Erde der Maulwurfhügel lässt sich ideal für die Gartenarbeit einsetzen. Sie eignet sich zum Beispiel für Pflanzenbeete oder Topfpflanzen. Der Maulwurf frisst im Vergleich zur Schermaus, einer anderen Wühlmausart, Insekten und ist für Obstbäume und andere Pflanzen im Garten keine Gefahr. Er hilft sogar bei der Schädlingsbekämpfung mit, so frisst er zum Beispiel Engerlinge. Trotzdem ist der Maulwurf  mit seinen Hügeln für viele Rasenbesitzer ein Ärgernis.

Maulwurf vergrämen

Strenge Gerüche

Besser als den Maulwurf komplett aus dem Garten zu verbannen ist es, ihn so weit möglich zu tolerieren. Falls dies nicht zumutbar ist, existieren verschiedene Methoden, um ihn aus dem Garten zu vertreiben. Er reagiert sehr empfindlich gegenüber störenden Gerüchen, Geräuschen oder Vibration. Geruchsintensive Vergrämungsmittel aus dem Fachhandel oder Hausmittelchen wie etwa Hundehaare, Brennesselgülle oder Essigessenz helfen deshalb den Maulwurf zu vertreiben. Diese müssen regelmässig und je nach Witterung mindestens einmal wöchentlich in die Maulwurfgänge eingebracht werden. 

Unangenehme Geräusche

Mit  Geräuschen oder auch Vibrations- und Ultraschallgeräten lässt sich der Maulwurf ebenfalls vegrämen. Klangspiele oder klappernde Windräder, welche den Lärm oder die Vibration auf die Maulwurfgänge übertragen können dabei ebenfalls hilfreich sein. Akkustische und Geruchsintensive Mittel bieten den Vorteil, dass sie weder für den Menschen noch für andere Tier- und Pflanzenarten im Garten schädlich sind.

Weitere Methoden zur Bekämpfung

Bekämpfung mit Fallen, Gift und Gas

In Privatgärten ist die Bekämpfung mit Gift verboten. Der Einsatz von Gas zur Bekämpfung sollte nur durch geschulte Spezialisten ausgeführt werden. Vom Einsatz von Gift und Gas wird jedoch entschieden abgeraten. Dabei nehmen neben den Maulwürfen weitere Gartenlebewesen und hilfreiche Nützlinge Schaden. Die Schadstoffe bleiben über längere Zeit im Boden und Wasser und damit auch in den Pflanzen zurück. Diese Methoden können zudem auch für Kinder eine Gefahr darstellen.

Wenn es nicht anders geht, können Lebend- oder Todfallen eingesetzt werden. Die Bekämpfung mit Fallen ist jedoch schwierig und selten nachhaltig. Die Chance ist gross, dass danach Artgenossen oder andere Mäuse aus der Nachbarschaft einwandern.

Feinde fördern

Nachhaltiger ist es, die natürlichen Feinde der Maulwürfe zu fördern. Ein strukturierter Garten mit Ast- und Steinhaufen sowie Gehölzhecken bietet Lebensräume für Marder, Wiesel und weitere Feinde. Durch die förderung der Feinde kann ein natürliches Gleichgewicht geschaffen werden und damit eine Massenvermehrung von Maulwürfen oder anderen Wühlmäusen verhindert werden.

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Zuletzt geändert 
24 Mai 2016 - 15:52

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