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Igel

Lebt in Ihrem Garten ein Igel, zeugt dies von einem naturnahen, vielfältigen Lebensraum. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie mit einfachen Hilfsmitteln ein Paradies für Igel schaffen.
  • Jungigel mit Elternteil

Der ursprüngliche Lebensraum des Igels, eine kleinräumige, reich strukturierte Kulturlandschaft mit Hecken, Gehölzen, artenreichen Wiesen und vielfältigen Bachböschungen wurde durch die moderne Landwirtschaft grossflächig zerstört. Naturnahe Gärten mit vielen Kleinstrukturen wie Hecken-, Ast- und Laubhaufen, Kompostanlagen, Wildblumenwiesen, Wasserstellen usw. bieten dem Igel heute einen idealen Lebensraum.

 

Der igelfreundliche Garten

  • Eine gute Durchgängigkeit zwischen den einzelnen Gärten ist wichtig, denn der Igel legt auf der Nahrungssuche weite Strecken zurück.
  • Verwenden Sie kein Gift und keinen Kunstdünger. Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichter töten Insekten, sodass Igel keine Nahrung mehr finden.
  • Kleinstrukturen schaffen wie Asthaufen, Hecken, Holzstapel, Steinhaufen, alte Wurzelstöcke, Gebüsche, Wasserstellen usw.
  • Mähen Sie Teile Ihres Gartens gar nicht, der Igel fühlt sich in dieser «Wildnis» pudelwohl.

 

Hilfe nur in Notsituationen

Igel sind Wildtiere. Sie finden in der Natur ausreichend Nahrung und kommen bestens ohne Hilfe des Menschen zurecht. Häufig sind gut gemeinte Hilfsversuche im Gegenteil schädlich und führen zum Tod von Igeln. So führt zum Beispiel das Verfüttern von Kuhmilch zu lebensbedrohlichem Durchfall. Es gibt nur ganz wenige Situationen, in denen Eingriffe durch den Menschen sinnvoll sind.

  • Verwaiste Igelsäuglinge, die sich tagsüber ausserhalb des Nestes aufhalten. Die Ohren und Augen sind noch geschlossen und sie sind unterkühlt.
  • Sichtlich verletze, mit Fliegen übersäte oder apathische Igel (apathisch = kugeln sich bei Gefahr nicht ein). 
  • Igel, die nach Wintereinbruch, das heisst bei Dauerfrost oder im Schnee herumlaufen.

Wenden Sie sich an Fachpersonen, wenn Sie einen Igel in Not finden. Unter der Notfallnummer von Pro Igel (079 652 90 42) sind rund um die Uhr Igelspezialisten erreichbar, die aufgrund langjähriger Erfahrung die Situation richtig beurteilen und wertvolle Anleitungen geben können.

 

Überall lauern Gefahren

Motorsensen: Unter Sträuchern und im Gestrüpp halten Igel ihren Tagesschlaf oder bauen ihre Winter- und Aufzuchtnester. Durch Mähen mit Teller- oder Fadenmähern an solchen versteckten und unübersichtlichen Stellen werden jährlich viele Igel tödlich verletzt.

Netze: Lose herumliegende oder herumhängende Tennisnetze, Rebnetze, Beeren- oder Vogelschutznetze können für Igel zu tödlichen Fallen werden.

Feuer: Haufen aus Ästen oder anderem Material sind in den Augen eines Igels ideale Schlaf- oder Aufzuchtplätze. Zum Verbrennen bestimmte Holzbeigen sollen deshalb erst unmittelbar vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden, damit keine Igel oder andere Kleintiere, die darin Unterschlupf gesucht haben, in den Flammen sterben müssen.

Gruben, Schächte: In Baugruben, Gräben, Schächte, Kellerabgänge, Lichtschächte und ebenerdige Kellerfenster können Igel hineinfallen. Oft genügt ein kleiner Zaun oder eine Absperrung mit Brettern, um das zu verhindern. Gruben lassen sich abdecken oder mit einer Ausstiegshilfe (beispielsweise einer Hühnerleiter) versehen.

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Zuletzt geändert 
24 Okt 2017 - 14:27

Aktuelle Veranstaltung

Freitag, 29. Juni 2018
18.30 Uhr
Natur-Museum Luzern, Kasernenplatz 6, 6003 Luzern
Veranstalter: 
Natur-Museum Luzern
Das Natur-Museum zeigt zwei aktuelle, sich ergänzende Ausstellungen.

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