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Wieder unterwegs: Wespen

Viele Leute empfinden Wespen als lästig. Doch von den über 600 Wespenarten in Mitteleuropa werden nur die Gemeine und die Deutsche Wespe von Süssgetränken oder Fleisch angezogen. Die anderen Wespen meiden unsere Nähe und können höchstens im unmittelbaren Nestbereich angriffslustig werden. Allgemein sind Wespen sehr effiziente Insektenjäger. Sie halten Fliegen und Mücken in Schach.
  • Wespe Makroaufnahme

Wespen sind sehr nützlich: Sie wirken bei der Blütenbestäubung mit und sind natürliche Schädlingsbekämpfer. Ein einziges Wespenvolk kann pro Tag bis zu 5'000 Fliegen oder andere Insekten vertilgen!

Wespennester erhalten

Ein Zusammenleben mit den meisten Wespenarten ist gut möglich. Im Umkreis von einigen Metern um das Nest sollten Sie allerdings hektische Bewegungen vermeiden. Vor dem Entfernen eines Wespennestes sollten Sie sich also unbedingt vergewissern, ob es sich nicht um eine friedfertige Wespenart handelt. Beispielsweise hat die Feldwespe einen so schwachen Stachel, dass sie unsere Haut kaum durchdringen kann. Und selbst wenn man einmal gestochen wird: ein Wespenstich ist für die meisten Menschen ungefährlich. Nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden an einer Wespengiftallergie. Ausserdem stirbt das Wespenvolk im Herbst mit Ausnahme der Jungköniginnen. Die Nester werden nicht zweimal benutzt. Will man einen neuerlichen Nestbau im folgenden Frühling vermeiden, so ist der Winter die Zeit, allfällige Schlupflöcher zu verschliessen.

Falls Sie sich dazu entscheiden, ein Zusammenleben mit den Wespen zu versuchen, sollten Sie sich an folgende Regeln halten:

  • Halten Sie stets einen Sicherheitsabstand von einigen Metern zum Nest ein. Die Einflugrichtung können Sie mit einem Rohr lenken.
  • Vermeiden Sie Erschütterungen des Nestes und schnelle Bewegungen im Nestbereich.
  • Damit sich kein Tier in die Wohnung verirrt, können Sie Fliegengitter montieren. Als Vertreibungsmassnahme gegen aufdringliche Wespen haben sich Wasserzerstäuber, Räucherstäbchen oder -kerzen als einigermassen wirksam erwiesen.

Umsiedeln

Ist es Ihnen wirklich nicht möglich, das zugängliche Nest zu tolerieren, so können Sie es von einem Wespenspezialisten umsiedeln lassen. Nehmen Sie so früh wie möglich mit einer Fachperson Kontakt auf oder rufen Sie uns an (041 412 32 32).

Ist eine Umsiedlung nicht möglich – beispielsweise wenn das Nest nicht zugänglich ist – beauftragen Sie eine Schädlingsbekämpfungsfirma oder die Feuerwehr, legen Sie nicht selbst Hand an! Der Einsatz von Insektiziden ist  kostspielig und nicht ungefährlich. Die Giftstoffe haben oft eine lang andauernde Wirkung und sind nicht nur für Insekten toxisch, sondern auch für Haustiere, Fledermäuse und Singvögel. Auch für den Menschen sind gesundheitliche Schäden nicht auszuschliessen.

Hornissen

Die Hornisse (Vespa crabro) sieht durch ihre Grösse von bis zu 3,5 Zentimeter zwar bedrohlich aus, ist aber eine friedliebende Art. Solange wir sie nicht belästigen, lässt auch sie uns in Ruhe. Hornissen brauchen ihren Stachel in erster Linie zur Insektenjagd. Zudem geht die Hornisse sparsam mit Gift um. Man hat berechnet, dass über 1000 Hornissenstiche nötig wären, um einen nicht allergischen Menschen ernsthaft in Gefahr zu bringen. Trotzdem sollte jeder Stich mit handelsüblichen Präparaten behandelt werden, um eine Schwellung und Infektion zu lindern. Übrigens: die Hornisse gehört zu den seltensten Wespenarten der Schweiz. In Deutschland steht sie sogar unter Schutz.

Zuletzt geändert 
10 Jul 2017 - 09:07

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