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Wildbienen - fleissige Bestäuberinnen

Sie bilden keine Staaten und produzieren keinen Honig und doch sind Wildbienen für unsere Umwelt unverzichtbar.
  • Wildbienen erfüllen einen grossen ökonomischen und ökologischen Wert bei der Bestäubung von Kulturpflanzen.
  • Auch Hummeln bestäuben fleissig Wild- und Kulturpflanzen.
  • Die Schwebefliege wird oft mit der Wespe verwechselt.

Fleissige Insekten

Insekten sind die wichtigsten Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Durch die Bestäubung erbringen die fleissigen Tiere eine enorme ökologische und ökonomische Leistung: Der Wert der Bestäubung in der Landwirtschaft liegt weltweit etwa bei 153 Milliarden Euro pro Jahr (1) . So sind zum Beispiel Äpfel, Erdbeeren und Tomaten vollständig von den tierischen Bestäubern abhängig.

 

Effiziente  Wildbienen

Interessanterweise übernimmt die bekannte Honigbiene, gemäss einer englischen Untersuchung, höchstens einen Drittel der Bestäubungsleistung. Der Grossteil der Bestäubungen kann auf Wildbienen, Hummeln und Schwebefliegen (siehe Fotos oben) zurückgeführt werden. Ausserdem sind Wildbienen viel effizienter als Honigbienen. Um eine Hektare Apfelbäume zu bestäuben, sind nur wenige hundert Wildbienenweibchen nötig. Im Vergleich dazu bräuchte es aber einige tausend Honigbienenarbeiterinnen.

 

Gefährdetet Bestäuberinnen  

Die Intensivierung der Landwirtschaft, der Einsatz von Dünger und Herbiziden sowie die Fragmentierung von Lebensräumen führen in der Schweiz zu einer strukturlosen, blütenarmen Landschaft. Diese Bedingungen erschweren vielen Wildbienen das Leben, weil die fleissigen Tierchen auf geeignete Nistgelegenheiten und Futterpflanzen innerhalb ihres Flugradius (150 -1000m) angewiesen sind.

Nach heutigem Stand sind je nach Land und Region in Europa zwischen 25% und 68% aller Wildbienenarten gefährdet.

Die gute Nachricht: Wildbienen kann man fördern! Grundsätzlich sollte man naturnahe, blütenreiche Wiesen mit Früh- und Spätblüher und besonnte Kleinstrukturen erhalten, sowie neue Nahrungs- und Nistressourcen anbieten.

Auch Sie können etwas tun: Strukturreiche, naturnahe Gärten mit vegetationsarmen Bodenstellen oder einheimische Blütenpflanzen im Garten oder im Balkonkistli können die Förderung unterstützen. Falls Sie sich entscheiden eine Nisthilfe zu erwerben oder zu basteln, müssen Sie einige Dinge beachten. Nähere Informationen und eine Bastelanleitung finden Sie auf: www.wildbee.ch

 

Wir helfen gerne weiter

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Gerne beraten wir Sie persönlich oder telefonisch während unseren Öffnungszeiten oder per E-Mail.

 

Referenz

(1) N Gallai, JM Salles, J Settele, BE Vaissière , 2009, Economic valuation of the vulnerability of world agriculture confronted with pollinator decline, Ecological economics

Zuletzt geändert 
26 Mai 2017 - 08:37

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