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Reinigen und Waschen

Sauber ist, wenn auch der Weg zur Sauberkeit keine Schäden an Mensch und Umwelt verursacht. Vom Waschbrett über die Überdüngung der Seen bis hin zur Verwendung von Nanopartikeln – das Thema Waschen bleibt aktuell.

Saubere Wäsche erhalten und gleichzeitig Umwelt und Geldbeutel schonen. Das ist nicht so schwierig. Hier die wichtigsten Punkte dazu:

Waschmaschine

Bei der Neuanschaffung einer Waschmaschine auf den Energie- und Wasserverbrauch achten (A++/A+++). Denn bei einem hohen Wasser- und Energieverbrauch kommt auch eine günstige Maschine mit der Zeit teuer zu stehen!

Waschmittel

Optimal ist ein Waschmittel, welches im Baukastensystem aufgebaut ist. Diese setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

1. Basiswaschmittel

Für Waschtemperaturen unter 60°C: Hier empfiehlt sich ein Waschmittel auf der Basis von synthetischen Tensiden aus natürlichen Rohstoffen. Dieses eignet sich dank seines neutralen pH-Werts auch für Feinwäsche und Wolle.

Für Waschtemperaturen ab 60°C: Das umweltschonendste Basiswaschmittel ist die Seife (Seifenflocken). Es existieren auch verschiedene andere Waschmittel auf Seifenbasis ohne besondere Zusätze. Da Seife bei niedrigen Temperaturen nur schlecht löslich ist, sollte man reine Seife erst bei Waschtemperaturen ab 60°C verwenden, um ein optimales Waschergebnis zu erhalten.

2. Enthärter

Meist unnötig, da dieser bei herkömmlichen Waschmitteln bereits zugefügt ist. Nur bei einer Wasserhärte über 25° fH sollten Sie einen Enthärter zufügen.

3. Bleichmittel

Bleichmittel entfalten ihre Wirkung erst ab 60°C. Daher sollte dieses nur beim Waschen mit hohen Temperaturen eingesetzt werden. Die volle Wirkung wird ab 80°C erreicht. Erst dann spaltet sich das Bleichmittel vollständig und gelangt nicht ungenutzt ins Abwasser. Bleichmittel wird nur bei Weisswäsche mit Flecken benötigt.

Buntwaschmittel, Vollwaschmittel

Pulverwaschmittel schneiden ökologisch etwas besser ab als Flüssigwaschmittel. Beim Pulverwaschmittel sind Enthärter beigemischt. Flüssigwaschmittel haben stattdessen einen erhöhten Anteil an Tensiden.

Synthetische Duftstoffe werden eingesetzt, um den Eigengeruch des Waschmittels zu überdecken und sollen Frische symbolisieren. Durch die schlechte Abbaubarkeit gelangen diese in die Gewässer, wo sie die Orientierungsfähigkeit wie auch das Fortpflanzungsverhalten der Wasserlebewesen verändern. Duftstoffe wurden auch schon in der Muttermilch nachgewiesen.

Wasserhärte

Je nach Härtegrad des Wassers und Grad der Verschmutzung muss die Dosierung des Waschmittels angepasst werden. Zusätzliche Mittel wie Weichspüler und Wasserenthärter sind in der Regel nicht notwendig. Der Härtegrad des Wassers kann beim örtlichen Wasserversorger in Erfahrung gebracht werden. Sollten Sie in einem Gebiet mit sehr hartem Wasser wohnen (über 25° fH), kann zum Schutz der Maschine und der Wäsche zusätzlicher Enthärter beigegeben werden. In Gebieten mit weichem oder mittelhartem Wasser ist dies nicht nötig, da in Vollwaschmitteln der Enthärter bereits beigemischt ist.

Die Wasserhärte wird in der Schweiz in französischen Härtegraden gemessen:
1 französischer Härtegrad (fH) entspricht 10 Milligramm Kalziumkarbonat (Ca-CO3).

Wenn die Angaben in deutschem Härtegrad (dH) angegeben sind, muss umgerechnet werden: 1° dh = 1.79°fH / 1°fH = 0.56° dH

100% biologisch abbaubar?

Die biologische Abbaubarkeit eines Produktes bezieht sich nur auf die Tenside (waschaktive Substanzen) und nicht auf alle Bestandteile des Waschmittels. Als biologisch abgebaut gilt, wenn ein Stoff als solcher nicht mehr nachweisbar ist. Aus dem Abbau entstandene Spaltprodukte, welche auch giftiger sein könnten, werden nicht berücksichtigt. Zusatzstoffe wie Parfüm, Farbstoffe, Nanopartikel oder Desinfektionsmittel können zudem die Umwelt höher belasten als die Tenside selbst.

Flecken

Flecken werden am besten unmittelbar oder vor dem Waschgang behandelt.

Flecken: Mittel: zusätzliche Tipps:
Asphalt gröbste Verschmutzung mechanisch entfernen, Brei aus Pfeifenerde und Wundbenzin gut einwirken lassen, ausbürsten, Restflecken mit Schmierseife einreiben
Blut Gallseife nie heiss ausspülen
Erbrochenes Gallseife mit Essigwasser nachspülen (Geruch)
Fett Geschirrspülmittel bei starken Flecken: Brei aus Brennsprit und Pfeifenerde verwenden
Fett auf Seide Pfeifenerde über Nacht einwirken lassen wenn nötig mit Alkohol oder Wundbenzin abtupfen
Gras Gallseife immer kalt auswaschen, Restflecken mit Essig behandeln
Schmierfett Spülmittel oder in hartnäckigen Fällen Wundbenzin in konzentrierter Spülmittellauge unter Zugabe von Soda einweichen, Restflecken mit Alkohol behandeln
Kot Gallseife mit Essigwasser nachspülen (Geruch)
Kugelschreiber Zitronensaft oder Essig  Restflecken mit Gallseife behandeln
Maschinenöl Pfeifenerde oder in hartnäckigen Fällen  Wundbenzin in konzentrierter Spülmittellauge einweichen
Milch mit Gallseife vorbehandeln, dann mit Schmierseifenlösung auswaschen vorher mit kaltem Wasser auswaschen
Obst/Wein Zitronensaft oder Essig Restflecken mit Gallseife behandeln
Schokolade Gallseife oder Alkohol erst am Schluss warm auswaschen
Tinte Zitronensaft oder Essig Restflecken mit Gallseife behandeln
Urin Gallseife mit Essigwasser nachspülen (Geruch)
Wachs mit Bügeleisen und Fliessblatt Restflecken mit Spülmittel oder Alkohol nachbehandeln
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Zuletzt geändert 
25 Okt 2017 - 12:46

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Dienstag, 28. November 2017
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Natur-Museum Luzern
Veranstalter: 
Natur-Museum Luzern
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