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Plastikmüll - Verschmutzung der Ozeane

Angespülter Plastikmüll an idyllischen Sandstränden und zahlreiches Treibgut auf dem offenen Meer ist leider keine Seltenheit. Dazu kommen Unmengen an mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikeln. Von Jahr zu Jahr nimmt der Plastikabfall im Meer zu und wird zur Gefahr für zahlreiche Meeresbewohner und hat auch Konsequenzen für uns Menschen. Giftig wirkende Plastikpartikel gelangen in die Nahrungskette und schlussendlich in unseren Körper.

Forscher schätzen die Menge des Plastiks in den Meeren auf über 100 Millionen Tonnen. Pro Jahr nimmt die Plastikmenge zudem um weitere 6 Millionen Tonnen zu. Zum Vergleich: Die Schweiz produziert jährlich insgesamt etwa 5,5 Millionen Tonnen Siedlungsabfall.

Strömungen verteilen die Materialien über alle Ozeane oder treiben sie an gewissen Stellen zu sogenannten Müllinseln zusammen. Auch wenn die Teilchen nicht immer von blossem Auge erkennbar sind, sie sind überall.

Ursache

Ungefähr 20 Prozent des im Meer treibenden Plastiks stammt von menschlichen Aktivitäten auf dem Wasser. Dabei spielt die absichtliche Müllentsorgung von Kreuzfahrtschiffen und Fischerei eine ebenso wichtige Rolle wie die Frachtschifffahrt: Pro Jahr stürzen schätzungsweise 10‘000 beladene Container bei stürmischer See ins Meer und gehen verloren. Die darin enthaltenen Produkte bestehen oft aus Plastik oder haben Plastikverpackungen.

Die restlichen 80 Prozent Plastikmüll stammen vom Festland: Der Grossteil ist Siedlungs- und Industrieabfall der durch Wind, Flüsse oder auch absichtlich ins Meer gelangt. Aber auch Kosmetikprodukte sind oft bewusst mit Nanoplastikteilchen versehen und beim Waschen von Textilien mit Kunstfasen werden ebenfalls Plastikpartikel freigesetzt (bei „Fleecepullis“ beispielsweise bis zu 2‘000 Teilchen pro Waschgang). Die Teilchen gelangen dann ins Abwasser und schlussendlich ins Meer, denn sie sind so klein, dass sie von Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können.

Folgen

Plastik verrottet nicht und ist im Allgemeinen nicht biologisch abbaubar. In Folge zerfällt der Plastik in immer kleinere Teilchen mikroskopischer Grösse und bleibt für Jahrhunderte im Meer. Meerestiere verwechseln Plastikteilchen mit Nahrung, bringen diese in die Nahrungskette und sterben nicht selten daran. Sie ersticken qualvoll, strangulieren oder verfangen sich darin oder verhungern durch übermässigen Verzehr von Plastik „mit vollem Magen“. Des Weiteren setzen Kunststoffe oft giftige Produkte frei, die durch die Nahrungskette den Weg bis zu uns Menschen finden.

Was können wir dagegen tun?

Jeder kann dazu beitragen, den Plastikverbrauch zu senken. Auch wenn die Schweiz keinen direkten Meeranschluss hat, ist das Problem nicht Unwichtig: Eine Studie am Bodensee belegt, dass in Inlandsgewässern eine ebenso besorgniserregende Plastikmüllproblematik besteht.

Tipps, um Plastikabfall zu vermeiden:

  • Trinken Sie Leitungswasser, statt Mineralwasser. Wer doch nicht darauf verzichten kann/möchte: PET-Flaschen immer recyceln.
  • Kaufen Sie möglichst wenige in Plastik verpackte Produkte. Nachfüllpackungen sparen Verpackungsmaterial.
  • Plastiktragetaschen können gegen Körbe, Kisten oder Stofftaschen ausgetauscht werden.

Wichtig: Schlechte Gewohnheiten sind schneller entsorgt, als Plastik.

Zuletzt geändert 
27 Feb 2018 - 15:18

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Samstag, 22. September 2018
11.00 bis 12.30 Uhr
Natur-Museum Luzern, Kasernenplatz 6, 6003 Luzern
Veranstalter: 
Natur-Museum Luzern
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