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Torfböden

Torfböden sind die am schnellsten wachsenden Böden überhaupt. Allerdings wirkt diese Tatsache dem Bodenschwund nicht entgegen, denn Torfmoore sind selten und eine nachhaltige Nutzung nicht möglich. Nutzung bedeutet im Falle von Torf die Zerstörung einzigartiger Lebensräume, die Freisetzung von vielen Tonnen CO2 und ein Ende der raschen Bodenbildung am Standort des Abbaus.
  • frisch gestochene Torfbarren
    Frisch gestochene Torfbarren

Pro Jahr kann 1 mm Torfboden neu gebildet werden. Das ist vergleichsweise schnell. Die Bildung von Boden aus Gestein dauert je nach Bedingungen zwischen 100 bis 300 Jahre.

Torfbildung

In Mooren herrschen ganz besondere Bedingungen. Im Boden staut sich das Wasser. Im Wurzelraum gibt es keinen Sauerstoff. Nur wenige Pflanzen können unter diesen Voraussetzungen gedeihen. Dazu gehören die Torfmoose. Torfmoose können fast unbegrenzt wachsen. Während die Spitze der Pflanze immer weiter wächst, sterben die unteren Pflanzenteile wegen des Sauerstoffmangels ab. Aus dem sich unvollständig zersetzenden Gewebe entsteht Torf.

Verwendung von Torf

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde aufgrund des Mangels an Brennholz im grossen Stil Torf abgebaut und zum Heizen bzw. zum Antrieb von Dampfmaschinen verwendet. Torf gilt auch als gutes Substrat für den Anbau von Gemüse. Auch heute noch wird vielerorts Torf abgebaut um daraus Gartenerde herzustellen. In der Schweiz ist der Torfabbau verboten, nicht aber der Verkauf. Um Schweizer Gartenbaucenter mit Torf zu beliefern werden im Baltikum weiterhin Moore zerstört. 

Bedrohung der Moore

Um Torf abbauen zu können bzw. um auf Moorflächen Landwirtschaft betreiben zu können, wurden Moore in der Schweiz in den letzten 150 Jahren vielerorts trockengelegt. Noch knapp 10 % der ursprünglichen Moorflächen sind in der Schweiz erhalten. Aber auch sie sind trotz strengem Schutz nach wie vor bedroht. Aufgrund von alten oder illegal weiter unterhaltenen Drainagegräben sind sie noch immer am Austrocknen.

Klimabedeutung

Die Staunässe in Mooren bewirkt, dass totes Pflanzenmaterial als Torf abgelagert wird und sich nicht vollständig zersetzen kann. Im Torf sind daher grosse Mengen Kohlenstoff gebunden. Trocknet ein Moor aus, so kommt das Torf mit Sauerstoff in Kontakt. Die Zersetzung setzt ein und der Kohlenstoff wird in Form von CO2 freigesetzt. Die noch vorhandenen Torfböden in der Schweiz enthalten etwa 48 Millionen Tonnen organisch gebundenen Kohlenstoff und stellen somit einen wichtigen Kohlenstoffspeicher dar.

Achten Sie beim Kauf von Gartenerde auf die Bezeichnung "torffrei".

Zuletzt geändert 
12 Jul 2017 - 16:09

Aktuelle Veranstaltung

Dienstag, 28. November 2017
20 Uhr
Natur-Museum Luzern
Veranstalter: 
Natur-Museum Luzern
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