Sie sind hier

Schmetterlinge im Garten

Damit es Schmetterlinge gibt, brauchen diese die richtigen Pflanzen. Beim Schwalbenschwanz, dem prächtigsten Schmetterling der einheimischen Fauna, können Sie mit etwas Geschick und Geduld die letzten Entwicklungsschritte zum Schmetterling direkt unterstützen und hautnah beobachten.
  • Fenchel- oder Rüeblipflanzen, ob Wild- oder Zuchtformen, ziehen im Garten oft Schmetterlinge an, welche ihre Eier darauf ablegen.
  • Der Schwalbenschwanz verpuppt sich problemlos in einen Glas, wo er sicher überwintern kann und im Frühling als Schmetterling schlüpft.
  • Die Raupe des Schwalbenschwanz-Schmetterlings kommt bevorzugt auf Fenchel und Rüebli vor.
  • Mit etwas Glück gibt es im Garten nebst feinem Gemüse auch Raupen.
  • Der Schwalbenschwanz gehört zu den attraktivsten einheimischen Schmetterlingsarten und kann erfolgreich im Garten gefördert werden.

Alle Schmetterlinge sind in ihrem Leben mehrfach auf Pflanzen angewiesen: Als Raupe ernähren sie sich hauptsächlich von Blättern, als ausgewachsene Falter benötigen sie Nektar von Blüten. Sehr viele Nektar produzierende Pflanzen dienen als Futterquelle für Schmetterlinge. Raupen benötigen hingegen oft ihre ganz spezifischen Futterpflanzen.

Einheimische Wildpflanzen bieten unseren Schmetterlingen ein hervorragendes Nahrungsangebot.

Die Frühlings-Schlüsselblume, die Wegwarte, die Skabiosen-Flockenblume, den Echten Dost, oder die Tauben-Skabiose sind alles langlebig Pflanzen und begeistern die Menschen mit ihren Blüten. Sie sind pflegeleicht und gedeihen im Garten sowie in einem Topf auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Für die Schmetterlinge sind sie sowohl wertvolle Futter- wie Nektarpflanzen. Weitere empfohlene Schmetterlingspflanzen für Ihren Garten sind beispielsweise Wasserdost, die Grosse Brennessel, wilde Karotten oder der Gewürzfenchel sowie einheimische Sträucher.

 

Kleinstrukturen

Kleinstrukturen wie Reisig- oder Laubhaufen, Brennholzstapeln, Steinhaufen, Trockenmauern, Efeu, ungeschnittenen Säume und Brombeergebüsch sind für das Fördern von Schmetterlingen zentral, weil nur damit Raupen, Puppen und Falter ungestört den Winter überleben können.

Exotische Zierpflanzen sind hingegen für unsere Schmetterlinge meist ohne grossen Wert, da sie als Nektarspender weniger und als Futterpflanzen für die Raupen meist ungeeignet sind.

 

Selber Schwalbenschwanz züchten

Einzig einzelne Kulturpflanzen wie Fenchel oder Karotten sind beliebte Futterpflanzen für die Raupen des Schwalbenschwanzes und damit ein "Must have" für jeden richtigen Schmetterlingsgarten. Wer die Raupen des Schwalbenschwanzes übrigens im Garten findet, kann diese zu deren Schutz in Obhut nehmen und in Schmetterlingszuchtbehälter verpuppen und überwintern lassen und mit grosser Freude den Schmetterling fliegen lassen.

Was es dazu braucht

   
  • Garten oder Balkon mit den richtigen Futterpflanzen
 
  • luftdurchlässiges Tuch, Schnur oder Gummiring
  • kleine Vase
  • Ästchen aus Holz

Wie gehe ich vor

1. Pflanzen Sie Gemüse-, oder Gewürzfenchel, Dill, Rüebli oder auch wilde Rüebli in Ihr Gemüsebeet oder in Ihre Töpfe.

2. Nun brauchen Sie Geduld und etwas Glück, damit ein Schwalbenschwanz seine Eier darauf ablegt.

3. Sobald kleine Raupen sichtbar sind, das Ernten des Gemüses anpassen, damit genügend Raupenfutter übrigbleibt.

4. Zuchtbehälter vorbereiten:
  1. Boden mit Haushaltpapier auslegen
  2. Kleine Vase mit Wasser in den Zuchtbehälter stellen
  3. verschiedene Ästchen in den Zuchtbehälter legen
  4. Ein bis zwei Zweige der Futterpflanze in kleine Vase stellen
  5. Zuchtbehälter draussen an einen schattigen und geschützten Ort stellen.
5. Sobald die Raupen dicker als Bleistifte sind, Raupe auf der Futterpflanze vorsichtig in den Zuchtbehälter legen und Öffnung mit luftdurchlässigem Tuch zuschliessen.
Nun wird die Raupe nocheinmal tüchtig fressen und koten, bevor sie die Futterpflanze verlässt und einen geeigneten Verpuppungsort aufsucht.
6. Die Raupe wird sich anschliessend an einem passenden Ästchen an einen feinen Seidenfaden hängen und sich verpuppen.
7. Jetzt braucht es nochmals Geduld, bis der Schmetterling schlüpft. Je nach Zeitpunkt der Verpuppung kann dies schon nach wenigen Wochen der Fall sein (Juni bis August) oder erst wieder im nächsten April/Mai. Wichtig ist, dass der Schmetterling zum Schlüpfzeitpunkt kleine Zuchtbehälter selbstständig verlassen kann und ihm dafür ein Ast als Ausstieghilfe bereit steht. Die vollständige Entfaltung des Schmetterlings dauert rund ein bis zwei Stunden, weshalb die Chancen gross sind, diesen wunderbaren Moment miterleben zu dürfen.
Zuletzt geändert 
27 Jun 2017 - 14:14

Aktuelle Veranstaltung

Samstag, 7. Juli 2018
09.00 bis 12.00 Uhr
Udligenswil, Schützenhaus
Veranstalter: 
Pro Natura Luzern + Naturschutzbetreuergruppe Meggerwald
Gemeinsam pflegen wir eine verschilfte Naturschutzfläche im Moosried.

Angebot

Interessierte Lehrpersonen können den Rundbrief Umweltbildung abonnieren und werden per Mail über aktuelle Umweltbildungsangebote informiert.